Friday 15. November 2019
2017
Press, 16/05/2017

 

Lebensmittelverschwendung: COMECE begrüßt EP Entschließung

 

Erklärung von Fr. Olivier Poquillon OP, Generalsekretär der COMECE, über die heutige Annahme eines Berichts des Europäischen Parlaments über "Ressourceneffizienz: Verringerung von Nahrungsmittelabfällen, Verbesserung der Lebensmittelsicherheit".

 

In den letzten Jahren hat sich Papst Franziskus wiederholt gegen den Skandal der Lebensmittelverschwendung gewandt. Er kritisierte eine Wegwerfkultur, die "uns auch unempfindlich gemacht hat gegenüber der Verschwendung und dem Wegwerfen von Lebensmitteln, was noch verwerflicher ist, wenn leider überall auf der Welt viele Personen und Familien hungern und an Unterernährung leiden”. Auch in seiner Rede vor dem Europäische Parlament im November 2014 hat er sich ausdrücklich mit der Frage der Lebensmittelverschwendung befasst.

 

COMECE betrachtet die heutige Annahme des Berichts über Lebensmittelabfälle im Europäischen Parlament als Meilenstein und begrüßt sie ausdrücklich. Die Entschließung ist umfassend und wurde mit großer Mehrheit angenommen. Daher sollte sie die Europäische Kommission ermutigen, ihre vorbereitenden Studien für eine angemessene Gesetzgebung zu beschleunigen, und den Rat zu mutigen Schritten, die es allen Beteiligten und insbesondere den Verbrauchern ermöglichen, den Skandal Lebensmittelverschwendung in der Europäischen Union zu beheben.

 

In der EU werden jährlich schätzungsweise 88 Millionen Tonnen Lebensmittel verschwendet, mehr als die Hälfte davon fällt in den Haushalten an. Im Durchschnitt wirft jeder Europäer etwa 2 kg Nahrung pro Woche weg.

 

In seiner Entschließung fordert das Europäische Parlament die Kommission auf, bis zum Ende des Jahres 2020 einen Gesetzgebungsvorschlag vorzulegen, der das nachhaltige Entwicklungsziel der Vereinten Nationen Nr. 12.3 zur Halbierung der Nahrungsmittelabfälle bis 2030 und die Festlegung eines rechtsverbindlichen 30 prozentigen Reduktionsziels bis 2025 vorsieht. COMECE unterstützt die Idee rechtlich bindender Ziele für Lebensmittelabfälle auf EU-Ebene, die den Zielen der Vereinten Nationen entsprechen. Dies setzt jedoch voraus, dass eine europaweite Definition von Nahrungsmittelabfällen und eine anerkannte Methode ihrer Erfassung existieren. Die Kommission könnte ihre diesbezüglichen Arbeiten intensivieren.

 

Da 53% der Nahrungsmittelabfälle in der EU in den Haushalten anfallen, ist die wichtigste Aufgabe, das Bewusstsein der Europäer über die sozialen und ökologischen Konsequenzen des Wegwerfens von essbaren Lebensmitteln zu wecken. Weitere Informationen über bewährte Praktiken beim Kauf und der Lagerung von Lebensmitteln sowie zur Verwendung von Resten müssen verbreitet werden. In dieser Hinsicht spielen lokale Initiativen eine wichtige Rolle. Pfarrgemeinden und kirchliche Bewegungen und Verbände können ihrerseits mithelfen.

 

Darüber hinaus müssen Nahrungsmittelspenden vereinfacht und erleichtert werden. Die europäische Mehrwertsteuergesetzgebung sollte geändert werden, um die Steuerbefreiungen für die Nahrungsmittelspende ausdrücklich zu genehmigen. Die Idee eines "guten Samariter" - Gesetzes sollte erwogen werden, um Haftungsfragen bei Nahrungsmittelspenden zu klären. Neue Technologien können es leichter machen, jene, die etwas abzugeben haben, und jene, die etwas gebrauchen können, zusammenzubringen. Der EP Bericht unterstreicht weiterhin, dass der Mangel an Kapazitäten für gemeinnützige Organisationen und soziale Dienste, die sich für die Verteilung von Nahrungsmittelspenden einsetzen, das größte Hindernis ist. Dieser Mangel sollte auf allen politischen Ebenen in ganz Europa vorrangig angegangen werden.

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