Wednesday 27. May 2020
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Webnews, 19/05/2020

 

COMECE fordert die internationale Gemeinschaft auf, die Verfolgung von Christen in Nigeria zu stoppen

 

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Verfolgung christlicher Gemeinschaften in Nigeria fordert die COMECE die EU, ihre Mitgliedstaaten sowie die gesamte internationale Gemeinschaft auf, ihre Bemühungen zu verstärken, um die Gewalt in dem afrikanischen Land zu beenden, die Verbrecher vor Gericht zu bringen, die Opfer zu unterstützen und den Dialog und Frieden zu fördern.

 

 

Neusten Statistiken zufolge wurden seit 2015 etwa 6.000 nigerianische Christen getötet, vor allem von Boko Haram und militanten Fulani-Pastoralisten, die Terroranschläge gegen christliche Bauern verübt haben.

 

Die katholische Bischofskonferenz von Nigeria hat die Bundesregierung des Landes verurteilt, weil sie ihre vorrangige Aufgabe -  das Leben der Bürger zu schützen -  vernachlässigt hat. Sie beklagt, dass „die Kultur des Todes in unser tägliches Leben eingebettet wird". Darüber hinaus haben die nigerianischen Bischöfe klar zum Ausdruck gebracht, dass die anhaltende Gewalt in Bezug auf die Fulani-Hirten „nicht länger als bloßer Zusammenstoß zwischen Hirten und Bauern behandelt werden kann".

 

Das Europäische Parlament prangerte die Situation in seiner jüngsten Entschließung vom 16. Januar 2020 zu Nigeria an und bedauerte die jüngsten Terroranschläge, die von dschihadistischen Gruppen verübt wurden, sowie die Politik „dein Land oder dein Blut", die von militanten Fulani-Hirten betrieben wird. Das Parlament verurteilte auch die ständige Diskriminierung von Christen in den nigerianischen Regionen, in denen die Scharia angewandt wird.

 

Darüber hinaus hat die Staatsanwaltschaft des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) in einem Bericht von 2019 den Vorwurf für begründet befunden, dass seit 2009 Mitglieder von Boko Haram Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben.

 

In diesem Zusammenhang fordert die COMECE die EU, ihre Mitgliedstaaten und die internationale Gemeinschaft auf, diplomatische, politische und finanzielle Instrumente einzusetzen, um die nigerianischen Behörden dabei zu unterstützen, die Gewalt zu beenden, die Verbrecher vor Gericht zu bringen, die Opfer zu unterstützen und die Christen (47% der nationalen Bevölkerung) in allen staatlichen Strukturen und Verwaltungsebenen - einschließlich der Polizei und der Streitkräfte - vollständig einzubeziehen.

 

Die Situation in Nigeria wird von der COMECE weiterhin kritisch beobachtet.  Sie hatte beispielsweise einen Beitrag zur öffentlichen Debatte zur Vorbereitung der Entschließung des Europäischen Parlaments vom Januar 2020 geleistet. Die COMECE tauschte sich zu diesem Thema auch mit internationalen Experten während eines Workshops aus, der in Neapel (USA) von Kirche in Not organisiert wurde.

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Alessandro Di Maio

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