Sunday 28. November 2021
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Pressemitteilung, 18/11/2021

 

COMECE veröffentlicht ein Reflexionspapier zur Finanzethik

"Dem Gemeinwohl dienen in Zeiten des systemischen Wandels"

 

Die Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union (COMECE) veröffentlicht am Donnerstag, den 18. November 2021, ein Reflexionspapier zur Ethik im Finanzsektor und ruft zu einer Reform auf, um soziale Spannungen abzubauen und eine Verhaltensänderung auf individueller und Unternehmensebene zu fördern. Fr. Barrios Prieto: "Wir rufen dazu auf, die Fürsorge in den Mittelpunkt zu stellen und zur dynamischen Entwicklung des Gemeinwohls der Menschheit beizutragen".

 

 

Ziel des COMECE-Dokuments ist es, eine Debatte auf europäischer Ebene über die Förderung eines Wandels im Finanzsektor anzuregen, um die negativen Auswirkungen der sozialen Spannungen und der Klimakrise zu verringern, die durch die anhaltende COVID-19-Pandemie zunehmen.

 

Unser Aufruf richtet sich an die EU-Institutionen, die Mitgliedstaaten, die Industrie- und Dienstleistungsunternehmen, die Universitäten und die Bürger - erklärt Fr. Manuel Barrios Prieto, Generalsekretär der COMECE. Aus christlicher Sicht ist das Gemeinwohl der Maßstab für die Bewertung unserer finanziellen Anstrengungen. Wir rufen dazu auf, die Fürsorge in den Mittelpunkt unserer Finanzen zu stellen" - erklärt er.

 

Ausgehend von den Grundsätzen der christlichen Soziallehre stellt das Reflexionspapier eine Auswahl politischer und persönlicher Dilemmata im Bereich Wirtschaft und Finanzen vor, um den betroffenen Akteuren zu helfen, besser informierte und auf das Gemeinwohl ausgerichtete Entscheidungen zu treffen. Das Dokument analysiert verschiedene Herausforderungen, die sich aus den Makro-, Meso- und Mikrodilemmata der Finanzen ergeben:

  • Nach der Pandemie sind die Belastungen für Länder mit mittlerem und niedrigem Einkommen noch größer, und es müssen vielfältige Instrumente eingesetzt werden, um die Auslandsinvestitionen zu erhöhen. Die besondere Kombination aus kurzfristigen Dringlichkeiten und langfristigen Herausforderungen erfordert einen Dialog mit Umsicht, Gerechtigkeit und einer angemessenen Anhörung aller Beteiligten. Das Papier leistet auch einen Beitrag zur ethischen Diskussion über Kredite, Schulden und Zinsen und zur Vermeidung von Überschuldung.
  • Banken und Finanzmärkte sollten den Schwächsten unter ihren Akteuren mehr Aufmerksamkeit schenken, indem sie den Begriff der "Fürsorge" verwenden, der dazu aufruft, über eine effiziente, auf Äquivalenz basierende Markttransaktion hinauszugehen und sich um den Partner, den Kunden, den Lieferanten, die Umwelt und die lokale Gemeinschaft zu kümmern - das Verhalten muss sich auf individueller und auf Unternehmensebene ändern.
  • Die wichtige Frage nach der Verwendung von Ersparnissen wird aufgeworfen und geht einher mit der Forderung nach einer tieferen und gleichmäßiger verteilten finanziellen Bildung. Ebenso wird die Gültigkeit von ESG-Zielen (Umwelt, Soziales und Corporate Governance) bekräftigt, aber einige wichtige Hürden müssen geklärt werden.

Das Dokument mit dem Titel "Ein Finanzsystem im Dienste des Gemeinwohls in Zeiten des Systemwandels" wurde von der Ad-hoc-Arbeitsgruppe für Finanzethik der COMECE unter dem Vorsitz von Prof. Paul Dembinski - Direktor des Observatoire de la Finance in Genf - verfasst.

 

Anfang 2022 wird die COMECE zusammen mit Vertretern der EU und der Kirchen eine öffentliche Veranstaltung abhalten, um die Umsetzung der oben genannten Empfehlungen auf europäischer Ebene zu diskutieren. Weitere Informationen werden in den nächsten Wochen bekannt gegeben.

 

Link zum Download des Dokuments

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