Sonntag 19. August 2018
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Pressemitteilung, 07/06/2018

 

Erster Laudato Si’ Reflexionstag

Katholiken für ein nachhaltiges Finanzsystem

 

Der erste Laudato Si’ Reflexionstag fand am 6. Juni in Brüssel mit mehr als 70 Vertretern der Europäischen Bischofskonferenzen, katholischer Organisationen und Bewegungen statt. Gemeinsam brachten sie ihre Unterstützung für ein nachhaltiges Finanzsystem in Europa und der Kirche zum Ausdruck.

 

 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten die jüngsten EU-Initiativen zu diesem Thema und tauschten bewährte Verfahren und Ideen aus, um die entscheidende Rolle der katholischen Kirche bei der Förderung nachhaltiger Finanzen zu stärken.

 

In seiner Eröffnungsrede betonte Jean-Claude Hollerrich SJ, Erzbischof von Luxemburg, Präsident der COMECE und von Justitia et Pax Europa, die Aktualität der Veranstaltung unmittelbar nach einem Legislativvorschlag der Europäischen Kommission und dem parlamentarischen Bericht zum nachhaltigen Finanzwesen, der in der letzten Woche verabschiedet wurde. Er verwies auch auf das jüngste Dokument des Vatikans über das gegenwärtige Wirtschafts- und Finanzsystem, welches nachhaltiges Management von Geldanlagen fordert.

 

Molly Scott Cato, MdEP und Berichterstatterin des Initiativberichts zum nachhaltigen Finanzwesen der letzten Woche, bestand auf einem dynamischen Ansatz hinsichtlich der Nachhaltigkeit von Finanzprodukten. Sie betonte auch die wichtige Rolle von öffentlichen Finanzinstitutionen wie der Europäischen Investitionsbank in diesem Kontext.

 

Martin Spolc (EU-Kommission) stellte den Aktionsplan der Kommission für nachhaltiges Finanzwesen und die Vorbereitungsarbeiten zu einer Systematik für eine klare und gemeinsame Sprache in diesem Bereich in ganz Europa vor, die dazu beitragen könnte, das „Greenwashing” von Finanzprodukten aus Marketinggründen zu verhindern.

 

Lorna Gold, Vertreterin der irischen katholischen Entwicklungszusammenarbeitsorganisation Trocaire und stellvertretende Vorsitzende des Global Catholic Climate Movement, forderte kohärentes Handeln in einem Zeitalter des Klimawandels. Außerdem diskutierte sie ethische Investitionen als eine Herausforderung für die Kirche. Sie stellte dazu auch das katholische Divest-Invest-Projekt vor und forderte katholische Institutionen auf, einen internen Prozess zur Desinvestition bezüglich fossiler Brennstoffe zu starten und sich so anderen katholischen Organisationen weltweit anzuschließen, um eine starke, prophetische Position für unser gemeinsames Haus einzunehmen.

 

Am Nachmittag wurden Best Practices im nachhaltigen Finanzwesen aus einer katholischen Diözese, einer katholischen Bischofskonferenz, einer Ordensgemeinschaft und einer katholischen Bank vorgestellt.

 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer formulierten gemeinsam eine Reihe von Empfehlungen, die zur Laudato Si' Jubiläumskonferenz (Vatikan, Juli 2018) vorgestellt werden sollen.

 

Sie schlugen auch vor, dass die katholische Kirche den sozialen und ökologischen Ungerechtigkeiten, die durch ein ausschließlich auf kurzfristigen Profit basierendes Wirtschafts- und Finanzsystem verursacht werden, mehr Aufmerksamkeit schenken sollte.

 

Wie Papst Franziskus in seiner Enzyklika Laudato Si' schreibt: „Es gibt nicht zwei Krisen nebeneinander, eine der Umwelt und eine der Gesellschaft, sondern eine einzige und komplexe sozio-ökologische Krise. Die Wege zur Lösung erfordern einen ganzheitlichen Zugang, um die Armut zu bekämpfen, den Ausgeschlossenen ihre Würde zurückzugeben und sich zugleich um die Natur zu kümmern.” (LS 139)

 

Als konkreten Weg, „die Klage der Armen ebenso zu hören wie die Klage der Erde”, schlugen die Teilnehmer vor, dass sich noch mehr katholische Organisationen und Bewegungen dazu verpflichten, einen internen Divestment-Prozess bezüglich fossiler Brennstoffe zu beginnen. Damit sollen sie sich anderen katholischen Institutionen anzuschließen und weltweit einen starken prophetischen Standpunkt für „unser gemeinsames Haus” einnehmen.

 

In diesem Zusammenhang wird das bevorstehende Catholic Divestment Announcement, welches während des Global Climate Action Summit in San Francisco vom 12. bis 14. September 2018 stattfinden wird, eine besondere Gelegenheit sein.

 

Der Reflexionstag wurde von der Kommission der Bischofskonferenzen der EU (COMECE), dem Rat der Bischofskonferenzen in Europa (CCEE), dem Global Catholic Climate Movement und dem Netzwerk Justitia et Pax Europa mitorganisiert.

 

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