Dienstag 16. Oktober 2018
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Webnews, 13/04/2018

 

Kriminalisierung der Beschneidung: Eine Gefährdung für die Grundrechte!

 

„Die Kriminalisierung der männlichen Beschneidung könnte das gesamte System der Grundrechte wie auch die Rechtsstaatlichkeit gefährden", erklärte der Generalsekretär der COMECE, Fr. Olivier Poquillon op während der Konferenz „Religiöse Rituale und Grundrechte", die am vergangenen Dienstag, 10. April 2018 im Europäischen Parlament stattfand.

 

 

Die Veranstaltung stellt eine Reaktion auf Gesetzesinitiativen dar, die in Island und Dänemark vorgeschlagen wurden. Sie haben zum Ziel, die Beschneidung von männlichen Kleinkindern und Jungen, angeblich zum Schutz ihrer Gesundheit, zu kriminalisieren.

 

Die COMECE, die Mitorganisatorin der Konferenz war, betrachtet solche Vorschläge als Instrumentalisierung rechtlicher Werkzeuge, um bestimmte Gruppen aufgrund ihrer religiösen Zugehörigkeit ins Visier nehmen und strafrechtlich verfolgen zu können.

 

Die Kirche setzt sich aktiv gegen Initiativen ein, die versuchen Menschen zu spalten und Religion aus der Öffentlichkeit zu vertreiben. Im Februar bekundete Kardinal Marx in diesem Zusammenhang seine Solidarität mit Vertretern jüdischer und muslimischer Gemeinschaften. Er erklärte: „Die Gesundheit von Kindern zu schützen, ist ein legitimes Ziel einer jeden Gesellschaft. Aber in diesem Fall wurden die Bedenken ohne jegliche wissenschaftliche Grundlage instrumentalisiert, um bestimmte Religionsgemeinschaften zu stigmatisieren".

 

Auch Mgr. Czeslaw Kozon, Präsident der Bischofskonferenz der nordischen Länder, sprach in diesem Sinne mit den isländischen Behörden. Die Bischofskonferenzen der EU wurden ebenso eingeladen, eng mit jüdischen Gemeinden auf nationaler Ebene zusammenzuarbeiten.

 

Während der Konferenz konzentrierten sich die Referenten der jüdischen, christlichen und muslimischen Glaubensgemeinschaften zusammen mit institutionellen Vertretern des Europäischen Parlaments und des Regionalbüros für Europa des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR) auf die zentrale Rolle, die Religionen dabei spielen können, eine moderne, pluralistische und demokratische europäische Gesellschaft zusammenzubringen und zu formen.

 

Die Veranstaltung wurde im Zusammenhang mit dem 70. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte abgehalten. COMECE-Generalsekretär Fr. Poquillon op erinnerte daran, dass die Menschenrechte universell, unteilbar, voneinander abhängig und miteinander verbunden seien. Die Grundrechte auf Religionsfreiheit zu unterwandern und gleichzeitig die Freiheit der Eltern, ihre Kinder in Übereinstimmung mit ihren religiösen Überzeugungen zu erziehen, beides schwächt den fundamentalen Ansatz des gesamten Grundrechtssystems.

 

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