Mittwoch 22. Oktober 2014
Nr. 86 (10/2006)

Inhalt:

Europe Infos 86

Europe Infos 86
Oktober Editorial : UNSEREM NACHBARN, DEM MIGRANTEN, DIENEN Nahezu 200 Millionen Menschen leben heutzutage nicht mehr in ihrem Geburtsland. Viele dieser Menschen wurden aufgrund von Entbehrung, Armut, Umweltproblemen oder politischen Konflikten gezwungen, ihr Heimatland zu verlassen. Die jüngsten Bilder von Flüchtlingen, die versuchten die Kanarischen Inseln zu erreichen, haben uns die dringende Notwendigkeit neuer und innovativer politischer Maßnahmen vor Augen geführt. Der Menschenhandel und andere damit einhergehende Übel müssen durch effiziente politische Initiativen bekämpft werden. Bislang wurden keine angemessenen politischen Maßnahmen ergriffen, die diese weltweiten Probleme in den Griff bekommen. Aus diesem Grund ist es ermutigend, dass die internationale Gemeinschaft sich anschickt, das Phänomen der globalen Migration anzugehen und die Migrationspolitik enger mit der Entwicklungspolitik zu verknüpfen. Einige Entwicklungen der letzten Zeit verdienen in diesem Zusammenhang Aufmerksamkeit und Unterstützung. Bei der letzten Generalversammlung der Vereinten Nationen am 14. September begrüßte UN-Generalsekretär Kofi Annan das Angebot Belgiens, das erste Treffen des von ihm vorgeschlagenen Globalen Forums über Migration und Entwicklung im Jahre 2007 zu organisieren. Im Rahmen des selben hochrangigen UN-Dialogs betonte der finnische Arbeitsminister im Namen der EU die Notwendigkeit des Dialogs und der Zusammenarbeit zwischen den Regierungen und den internationalen Organisationen im Hinblick auf die bestehende Verbindung zwischen Migration und Entwicklungsfragen. Vor nahezu einem Jahr, am 5. Oktober 2005, hatte die Weltkommission für Internationale Migration ihren Bericht mit der Überschrift ?Migration in einer interdependenten Welt: Neue Handlungsprinzipien? veröffentlicht. Dieser Bericht liefert neue Impulse zur Lösung von Migrationsfragen durch gemeinsame Bemühungen der Staaten und Regierungen auf internationaler Ebene. Die Europäische Union ihrerseits ist darum bemüht, die externe Dimension der Migration zu berücksichtigen. Das Tampere-Programm zum Thema Gerechtigkeit und innere Angelegenheiten (1999-2004) setzte sich für einen umfassenden Ansatz zur Lösung der Migrationsproblematik ein und umfasste Politik, Menschenrechte und Entwicklungsfragen in den Herkunfts- und in den Transitländern. In Anbetracht des Drangs nach schärferen Sicherheitsvorkehrungen sah das Haager Programm dagegen einen restriktiveren Ansatz vor. In diesem Zusammenhang trat die EU beispielsweise für die Verbesserung des Migrationsmanagements und des Kampfs gegen die ?illegale Einwanderung? in Drittländer ein. Der beim Europäischen Rat vom Dezember 2005 verabschiedete Globale Ansatz in der Migrationspolitik folgt derselben restriktiven Logik, mit dem Ziel, Migranten daran zu hindern, in die EU zu gelangen. Diese politischen Ansätze bleiben bedauerlicherweise eindeutig hinter den mutigeren Vorsätzen zurück, die die Europäische Kommission in ihrer im September 2005 veröffentlichten Mitteilung über Entwicklung und Migration gefasst hatte und die von den Mitgliedsstaaten stärker berücksichtigt und unterstützt werden sollten. Die Seelsorge der Migranten ungeachtet ihrer Herkunft oder ihres Rechtsstatus? ist stets ein wichtiges Anliegen der Kirche gewesen. Die christlichen Kirchen sind mit ihren zahllosen, in den Herkunfts-, den Transit- und den Aufnahmeländern vertretenen Organisationen die wichtigsten Akteure auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene bei der Suche nach einer größeren Kohärenz und Integration zur Lösung des Problems der weltweiten Migration. Im Licht der zuvor beschriebenen Entwicklungen auf der internationalen politischen Bühne sollten die kirchlichen Migrations- und Entwicklungsorganisationen ihre gegenwärtigen Strategien der Zusammenarbeit überdenken, um so unserem Nachbarn, dem Migranten, besser dienen zu können. Download: Deutsche Version
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