Sunday 26. May 2019
2005
COMECE Press 18.11.2005

 

COMECE unterstreicht ihre Bereitschaft zu einem Engagement für Plan D

 

Wenn die EU ernsthaft mit den europäischen Bürgern kommunizieren will, sollten nicht die Kapazitäten der Kirche übersehen werden, als Gesprächspartner zu handeln. Dies war die Hauptbotschaft der Bischöfe der COMECE während ihrer Herbstvollversammlung vom 16 bis 18. November 2005 in Brüssel.

 

Im Bewusstsein, dass diese Vollversammlung zu einer Zeit stattfindet, in der die Europäische Union bei ihren Versuchen einer Neuorientierung eine tiefe Verunsicherung erlebt, hob der Präsident der COMECE, Bischof Homeyer, in seiner Eröffnungsansprache die wachsende Sorge der Bürger über die EU und ihre Institutionen hervor. Im Hinblick auf die Unterbrechung des Ratifizierungsprozesses des Verfassungsvertrages, das bisherige Unvermögen, eine Einigung über die finanzielle Vorausschau für 2007-2013 zu erlangen, und die Entscheidung über den Beginn der Beitrittsverhandlungen mit Kroatien und der Türkei rief Bischof Homeyer die Kirche dazu auf, sich aktiv an der Zeit der Reflexion in der EU zu beteiligen, um ein tieferes Verständnis und eine bessere Würdigung des europäischen Projekts zu fördern.

 

Rolf ANNERBERG, Kabinettschef der Kommissarin Wallström, stellte die neue Kommunikationsstrategie der Kommission “Plan D – für Demokratie, Dialog und Debatte“ vor. Im Anschluss diskutierten die Bischöfe über Möglichkeiten, wie sich die COMECE und ihre jeweiligen Bischofkonferenzen in diesem Prozess weiter engagieren könnten. Aufgrund der starken Präsenz der Kirchen an der Basis begrüßte Annerberg die Einladung der COMECE, gemeinsam über Wege zur Umsetzung von Plan D nachzudenken. Diese Debatte wurde durch den Beitrag von Philippe Herzog, Vorsitzender von Confrontations Europe, über die Förderung einer aktiven Bürgerschaft in Europa weiter vertieft.

 

Während der Vollversammlung verabschiedeten die Bischöfe zwei Erklärungen. Die erste Erklärung mit dem Titel „Plädoyer für eine europäische Familienstrategie“ wurde im Hinblick auf die jüngste Konsultation der europäischen Kommission zum demographischen Wandel erarbeitet. Um die demographischen Probleme der Union an ihrer Wurzel anzugehen, sprachen sich die Bischöfe dafür aus, dass sich alle politischen Ebenen – unter Wahrung des Subsidiaritätsprinzips – dafür einsetzen sollten, die strukturelle Marginalisierung der Familie zurück zu drängen. Sie fordern die EU dazu auf, eine Familienstrategie zu entwickeln, die Maßnahmen für eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Familie umfasst. Sie heben erneut das Sakrament der Ehe als die Grundlage hervor, auf der die Gesellschaft aufbaut.

 

Die zweite Erklärung mit dem Titel „EU-Forschungsförderung und Ethik“ begrüßt die Anstrengungen der Europäischen Union zur Förderung eines effizienten und wettbewerbsfähigen Rahmens für die Forschung und erkennt die existentielle Bedeutung der Forschung für die Gesellschaft an. Zugleich unterstreicht sie die ethischen Implikationen der EU-Forschungsförderung. Die Bischöfe sind insbesondere über die Förderung von Forschung besorgt, die menschliche Embryos und menschliche embryonale Stammzellen gebraucht und zerstört. Die Bischöfe der COMECE bestehen darauf, dass Forschung immer menschliches Leben und menschliche Würde schützen soll. Sie fordern die EU dazu auf, auf die Förderung von gemeinsamen Projekten mit menschlichen Embryos und embryonalen Stammzellen zu verzichten.

 

Durch seine Würdigung des Zweiten Vatikanischen Konzils anlässlich des vierzigjährigen Jubiläums regte Pater Henri Madelin SJ, OCIPE, die Bischöfe zu einer Reflexion über die anhaltende Aktualität der Botschaft des Konzils für die Kirche, für die Welt und insbesondere für Europa an. Die Bischöfe der COMECE schlussfolgerten, dass die Kirche mehr denn je dazu fähig sein sollte, die Zeichen der Zeit zu lesen und zu interpretieren – insbesondere bei der Antwort auf die Gefahren des Terrorismus.

 

Mgr. Aldo GIORDANO, Generalsekretär des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE), unterrichtete die Bischöfe über den Stand der Vorbereitungen für das Dritte Ökumenische Treffen (4.-8. September 2007 in Sibiu, Rumänien). Das erste Vorbereitungstreffen zwischen den Delegierten der Europäischen Kirchen, Bischofskonferenzen, ökumenischen Organisationen und Bewegungen wird vom 24. bis zum 26. Januar 2006 in Rom stattfinden.

 

Am Donnerstagabend fand in der St. Catherine Kirche zu Mechelen ein Abendgebet statt, das von einem Chor unter der Leitung von Pater André Gouzes, OP von der Abbey Sylvanes (Frankreich) begleitet wurde. Die Vesper wurde von Pater Gouzes eigens für die Ankunft der Europäischen Wallfahrt in der Kathedrale von Santiago de Compostela am 20. April 2004 komponiert. Die COMECE hatte diese Wallfahrt vom 17. bis zum 21. April 2004 organisiert, um dem Beitritt der zehn neuen Mitgliedstaaten im Mai 2004 zu begehen. In dieser Woche haben Pater Gouzes und der Chor eine CD mit den speziell für die Liturgie der Santiago-Wallfahrt 2004 komponierten Hymnen und Musik aufgenommen. Die CD wird 2006 erhältlich sein.

 

COMECE ist eine Kommission der Katholischen Bischofskonferenzen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Die Bischofskonferenzen von Rumänien, Kroatien und Bulgarien genießen Beobachterstatus.

 

Folgende Bischöfe nahmen als Vertreter ihrer Bischofskonferenz an der Vollversammlung teil: Bischof Josef Homeyer (Deutschland); Bischof Adrianus van Luyn (Niederlande); Erzbischof Hippolyte Simon (Frankreich); Weihbischof Jozef De Kesel (Belgien); Erzbischof Fernand Franck (Luxemburg); Weihbischof Piotr Jarecki (Polen); Bischof Anton Justs (Lettland); Bischof Egon Kapellari (Österreich); Weihbischof William Kenney (Skandinavien); Erzbischof Diarmuid Martin (Irland); Erzbischof Joseph Mercieca (Malta); Bischof Peter Moran (Schottland); Bischof Rimantas Norvila (Litauen); Bischof Frantisek Rábek (Slowakei); Weihbischof Anton Stres (Slowenien); Bischof Amändio José Tomás (Portugal); Weihbischof András Veres (Ungarn) und Erzbischof Elias Yanes Alvarez (Spanien).

 

Kardinal Josip Bozanic (Kroatien) hat als Beobachter teilgenommen.

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