Sunday 18. August 2019
2005
COMECE Press 06.04.2005

 

Forschung im Lichte der unantastbaren Würde des Menschen

 

Die Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE) ist enttäuscht, daß der Kommissionsvorschlag für das 7. Forschungsrahmenprogramm vom 6. April keine klaren ethischen Grenzen für gemeinschaftlich geförderte Forschungsbereiche enthält.

 

Zur Entscheidung der Europäischen Kommission vom 6. April äußert sich der Generalsekretär der COMECE, Mgr. Noel Treanor, in einer ersten Stellungnahme:

 

„Die COMECE unterstützt den Ausbau der europäischen Forschungspolitik und unterstreicht die Bedeutung von Forschung für den einzelnen und für die Gesellschaft. Forschung muß dem Gemeinwohl dienen. Insofern begrüßt COMECE die Absicht der Europäischen Kommission, europäische Forschung zu koordinieren und zu optimieren. Es ist deshalb auch sinnvoll, den europäischen Forschungshaushalt deutlich anzuheben.

 

Gleichzeitig erinnert die COMECE daran, daß Forschung ihre Grenze an der unantastbaren Würde des Menschen findet. Eine Instrumentalisierung menschlichen Lebens, unabhängig von seinem Entwicklungsstadium, darf aus diesem Grund – und auch aufgrund der bestehenden Rechtslage in mehreren Mitgliedsstaaten – nicht akzeptiert werden.

 

Im 7. Forschungsrahmenprogramm wird festgelegt, welche Forschungsbereiche durch gemeinsame Finanzierung zur gemeinschaftlichen Priorität werden. Es ist bedauerlich, daß hierbei seitens der Kommission die grundlegenden ethischen Bedenken nicht berücksichtigt wurden, die insbesondere das Klonen und die Forschung mit menschlichen Embryonen und embryonalen Stammzellen aufwirft und in denen es keinen Konsens über die ethischen Fragen in und zwischen den Mitgliedstaaten gibt.

 

Daß ethische Erwägungen nicht ausdrücklich berücksichtigt wurden, ist umso unverständlicher, als das Europäische Parlament in seiner Entschließung vom 10. März 2005 die Europäische Kommission ausdrücklich aufgefordert hat, Forschungsprojekten mit menschlichen Embryonen und embryonalen Stammzellen von der gemeinschaftlichen Finanzierung im 7. Forschungsrahmenprogramm auszuschließen.

 

Die COMECE hofft nun, daß die Meinung des Europäischen Parlaments in dem nun beginnenden Mitentscheidungsverfahren über das 7. Forschungsrahmenprogramm voll berücksichtigt wird und dem Schutz der Menschenwürde absoluter Vorrang eingeräumt wird.“

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Alessandro Di Maio

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