Wednesday 23. September 2020
2006
COMECE Press 24/11/2006

 

Europa muß auf gemeinsame Werte aufgebaut werden, weil es in den Herzen der Menschen beginnt

 

Dies bekräftigten die Bischöfe der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE) durch einen Beitrag, den sie mit Blick auf die für März 2007 geplante „Erklärung von Berlin“ über Werte und Ziele Europas erarbeitet haben. Dieser Text wurde anlässlich ihrer Vollversammlung vom 22.-24. November 2006 in Brüssel angenommen.

 

In dem am Freitag angenommenen Beitrag erklären die Bischöfe, dass die „Erklärung von Berlin“ EU-Politikern eine gute Möglichkeit bietet, „die von ihnen geteilten Werte und das Ziel der Verwirklichung dieser Werte deutlich zu machen“. Im Hinblick auf den 50. Jahrestag der Römischen Verträge rufen die Bischöfe in Erinnerung, dass „Für viele ihrer Gründer … die christliche Prägung der europäischen Einigung eine unbezweifelbare Tatsache“ war. Ihre Ziele waren tief verwurzelt in gemeinsamen Wertvorstellungen, in deren Mittelpunkt der Respekt vor der Würde des Menschen stand. Die Bischöfe betonten, dass das christliche und humanistische Erbe Ursprung und der christliche Glaube der Mehrheit der EU-Bürger die lebendige Quelle für unsere gemeinsamen Werte sind. Die Erklärung von Berlin sollte daher die religiösen und humanistischen Motive der EU-Bürgerschaft widerspiegeln. Sie vertrauen, dass die Erklärung von Berlin die Grundlagen für einen neuen politischen und rechtlichen Rahmen für die EU legen kann.

 

Dieser Beitrag der Bischöfe wird der zukünftigen deutschen Ratspräsidentschaft, dem Präsidenten der Europäischen Kommission, Herrn J. Barroso, sowie dem Präsidenten des Europäischen Parlaments, Herrn J. Borrell übersandt werden.

 

Am Donnerstag, 23. November, hatten die Bischöfe den Vorsitzenden der EVP-ED Fraktion im Europäischen Parlament, Herrn Prof. Dr. Hans-Gert Pöttering, eingeladen, über die Herausforderungen und Ziele der EU zu sprechen. Mit großer Zustimmung haben sie von dem von Prof. Pöttering erwähnten Vorhaben Kenntnis genommen, ein hochrangiges Treffen von Vertretern der Kirchen und Religionsgemeinschaften mit den Vorsitzenden der drei europäischen Institutionen zum Thema Werte und Ziele der EU zu organisieren. Dieses Treffen würde im ersten Semester 2007 unter deutscher Ratspräsidentschaft stattfinden.

 

Herr Philippe de SCHOUTHEETE war von den Bischöfen eingeladen worden, die Fortschritte der Arbeiten des Rats der Weisen darzulegen, deren Co-Sekretär er ist. Der Rat der Weisen ist von der COMECE eingesetzt worden, um im Frühjahr 2007 einen Bericht über die ethischen Grundlagen der Europäischen Union vorzulegen. Dieser wird als Grundlage für die Reflektion der Teilnehmer des Kongresses dienen, den die COMECE in Rom organisiert, um den 50. Jahrestag der römischen Verträge zu begehen (vom 23.-25. März 2007).

 

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Unter den weiteren Dossiers, die vom Sekretariat der COMECE bearbeitet werden, erörterten die Bischöfe Fragen zur europäischen Forschungspolitik und bioethischer Aspekte, zur Migration, zu Grundrechten, zum demographischen Wandel und zur Familienpolitik sowie zum interkulturellen Dialog. Sie begrüßten die Tatsache, dass die von Kirchen und ihren Organisationen angebotenen sozialen Dienste vom Anwendungsbereich der im November vom Europäischen Parlament angenommene Dienstleistungsrichtlinie ausnimmt.

 

Die Bischöfe beschäftigten sich auch mit der Frage der Energiepolitik der EU. Den Bischöfen wurde ein Arbeitspapier vorgestellt, welches die Entwicklung einer gemeinsamen europäische Strategie unterstützt, um die Versorgung zu sichern, aber vor allem um einen solidarischen Ansatz mit den ärmsten Völkern zu wählen, damit die begrenzten Energiereserven gerecht aufgeteilt werden. Es ruft die europäischen Christen zu einem bescheideneren Lebensstil auf, um die Klimakatastrophe abzuwenden.

 

Der Präsident der COMECE, Mgr. Adrianus van LUYN (Bischof von Rotterdam) gab in seinem Halbjahresbericht eine realistische aber auch optimistische Bewertung des gegenwärtigen Zustands der Europäischen Union. Er legte u.a. seine Überlegungen zu den Grenzen der EU dar: Diese könnten nicht in definitiver Weise festgelegt werden; allerdings müssten alle Kandidaten die Werte der Europäischen Union respektieren. Die Grenzen der EU könnten auch nicht für Ausländer geschlossen werden, die Asyl suchen und in ihrer Würde von Europa respektiert werden müssen.

 

Schließlich wurde Mgr. Aldo Giordano, Generalsekretär der CCEE, gebeten, über die Aktivitäten des Rates der europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) zu berichten vor allem im Hinblick auf die Vorbereitungen der 3. Europäischen Ökumenischen Versammlung, die 2007 in Sibiu stattfinden wird und an der die COMECE teilnehmen wird.

 

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COMECE ist eine Kommission, welche die Katholischen Bischofskonferenzen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union versammelt. Die Bischofskonferenzen der von Bulgarien und Rumänien haben Beobachterstatus.

 

Folgende Bischöfe nahmen an der Vollversammlung für ihre jeweiligen Bischofskonferenzen teil.:

Der Präsident der CO?ECE, Mgr Adrianus van Luyn (Niederlande); Mgr Diarmuid Martin (Irland); Mgr Piotr Jarecki (Polen); Mgr Jozef De Kesel (Belgien); Mgr Fernand Franck (Luxemburg); Mgr Reinhard Marx (Deutschland); Mgr Giuseppe Merisi (Italien); Mgr Peter A. Moran (Schottland); Mgr Rimantas Norvila (Litauen); Mgr Frantisek Rábek (Slowakei); Mgr Hippolyte Simon (Frankreich); Mgr Anton Stres (Slowenien); Mgr Tamás Szabó (Ungarn); Mgr Jose Amândio Tomás (Portugal).

 

Folgende Bischöfe nahmen als Beobachter teil:

Kardinal Josip Bosanic (Kroatien), Vizepräsident des CCEE); Mgr Virgil Bercea (Rumänien); Mgr Amédée Grab (Schweiz).

S.E Mgr Andre Dupuy, Apostolischer Nuntius bei den Europäischen Institutionen, und Mgr Aldo Giordano, Generalsekretär des CCEE, St Gallen (Schweiz) waren auch eingeladen.

 

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