Sunday 26. May 2019
2006
COMECE Press 19/10/2006

 

Den Rahmen für die Zukunft der Sozial- und Gesundheitsdienstleistungen schaffen:

Ein Beitrag der Kirchen und kirchlichen Organisationen

 

Kirchen und kirchliche Organisationen wie Caritas und Diakonie sind wichtige Erbringer von Sozial- und Gesundheitsdienstleistungen in der Europäischen Union. In einem Dialog-Seminar mit der Europäischen Kommission bekräftigten sie ihr Engagement für die Erbringung von Sozial- und Gesundheitsdienstleistungen, um den europäischen Bürgern und dem Gemeinwohl der EU zu dienen.

 

In Fortsetzung einer lang etablierten Praxis veranstaltete die Europäischen Kommission zusammen mit der Kommission Kirche & Gesellschaft der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und dem Sekretariat der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE) am Mittwoch, dem 18. Oktober 2006, ein Dialog Seminar über „Sozial- und Gesundheitsdienstleistungen: ein Beitrag der Kirchen und kirchlichen Organisationen zum Europäischen Sozialmodell.“ Das Treffen versammelte etwa 50 Teilnehmer, die die Europäische Kommission, das Europäische Parlament sowie Europäische Kirchen und kirchliche Organisationen repräsentierten.

 

Das Seminar konzentrierte sich auf die gegenwärtige Diskussion über die Dienstleistungsrichtlinie im Europäischen Parlament (2. Lesung) sowie auf die aktuelle Mitteilung zu Sozialdienstleistungen und die laufende Konsultation über Gesundheitsdienstleistungen der Europäischen Kommission. Vertreter der Kommission präsentierten den Inhalt dieser Initiativen, und Heide Rühle, MEP, berichtete über die Diskussionen im Europäischen Parlament.

 

Die Kirchen und kirchlichen Organisationen unterstrichen, dass ihre Aktivitäten als Erbringer von Sozial- und Gesundheitsdienstleistungen einen bedeutenden Teil ihrer Identität ausmache. Daher erneuerten sie ihre Unterstützung für eine Ausnahme von Gesundheitsdienstleistungen vom Anwendungsbereich der Dienstleistungsrichtlinie. Sie gingen davon aus, dass Sozialdienstleistungen, die von Kirchen und kirchlichen Organisationen erbracht werden, unter die Ausnahmeregelungen für Sozialdienstleistungen der Dienstleistungsrichtlinie fallen werden.

Im Hinblick auf die Diskussion über die Initiativen der Kommission hoben die Teilnehmer Schwierigkeiten hervor, Sozialdienstleistungen von Gesundheitsdienstleistungen zu trennen, und unterstützten einen ganzheitlichen Ansatz. Die Kirchen erwarten, dass sich diese Initiativen gleichermaßen auf die Qualität der Dienste wie auf ihre finanzielle Nachhaltigkeit konzentrieren. Sie forderten die Kommission auf, bei der Entwicklung ihrer künftigen Politik auch ethische Kriterien zu berücksichtigen.

Die Kirchen, Caritas und Diakonie begrüßten die Einladung der Europäischen Kommission, sich auf der Grundlage ihrer spezifischen Erfahrung und Kompetenz an den laufenden Konsultationen zu beteiligen.

 

Die Kommission Kirche und Gesellschaft (CSC) ist eine Kommission der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK). Die CSC verbindet die 125 Mitgliedskirchen der KEK aus ganz Europa und die mit ihnen verbundenen Organisationen mit den Institutionen der Europäischen Union, dem Europarat, der OSZE, der NATO und der UNO (in europäischen Fragen).

 

Die Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE) setzt sich aus den delegierten 22 Bischöfen der Bischofskonferenzen auf dem Gebiet der Europäischen Union zusammen. Ihr ständiges Sekretariat beobachtet und analysiert die politischen Prozesse in der Europäischen Union. Es informiert und macht in Kirche und Gesellschaft auf die Entwicklung der EU-Politik aufmerksam.

Contact us
19, Square de Meeûs
B-1050 Bruxelles
T + 32(0)2 235 05 10
Display:
http://www.comece.eu/