Saturday 25. May 2019
2006
COMECE Press 13/10/2006

 

50 Jahre Römische Verträge, Welche Werte für die Europäische Union?

 

Ergebnisse des Seminars der COMECE vom 9. – 11. Oktober 2006 in Clermont-Ferrand

 

Die Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE) organisiert vom 23. – 25. März 2007 in Rom einen europäischen Kongress anlässlich des 50. Jahrestags der Unterzeichnung der Römischen Verträge. Das Thema des Kongresses, zu dem Bischöfe, katholische Bewegungen und religiöse Gemeinschaften, junge Christen und Vertreter anderer Kirchen eingeladen werden, sind die Werte der Europäischen Union. In Vorbereitung auf dieses Ereignis hat die COMECE vom 9. – 11. Oktober in Clermont-Ferrand in Frankreich ein Seminar zum historischen Kontext und zum Inhalt des am 25. März 1957 in Rom unterzeichneten EG-Vertrags durchgeführt. Zu dem Seminar « 50 Jahre Römische Verträge – Welche Werte für die Europäische Union » hatte Erzbischof Hippolyte Simon, der Erzbischof von Clermont und französischer Delegierter in der COMECE, in das Begegnungshaus seiner Diözese eingeladen.

50 Teilnehmer aus ganz Europa waren zu diesem Treffen in die Metropole der Auvergne kommen. Ausserdem nahmen etwa 200 Schüler aus Clermont-Ferrand teil, die mit den zahlreichen Referenten diskutieren konnten.

 

Unter den Vortragenden - Spezialisten für europäische Fragen sowie Zeitzeugen – befanden sich Alfred Grosser, Mihaly Kranitz, Hanns-Jürgen Küsters und Bino Olivi. Sie haben sich zunächst mit dem geopolitischen Kontext in der Entstehungsphase des EG-Vertrags auseinander gesetzt, insbesondere mit dem Aufstand von Budapest und der Suez-Krise im Herbst 1956 und deren Bedeutung für die Vertragsverhandlungen sowie mit der entscheidenden Rolle einiger weniger europäischer Politiker. 50 Jahre später erscheinen EG-Vertrag und Gemeinsamer Markt als Ergebnis eines Kompromisses im Dienste des Gemeinwohls.

 

Im Mittelpunkt der zweiten Hälfte des Seminars stand die Suche nach Initiativen, um den europäischen Einigungsprozess erneut anzukurbeln. Philippe Herzog, ehemaliger Europaabgeordneter und Direktor des Think Tanks « Confrontations Europe » trug seine Vision der Zukunft Europas vor und zeigte vier konkrete Entwicklungslinien auf: Werte und Reform der Institutionen, Erneuerung des europäischen Sozialmodells, Ausbau der sozialen und Grunddienste, Entwicklung einer europäischen Unternehmenskultur), die von den Teilnehmern in Arbeitskreisen vertieft wurden. Professor Jean-Dominique Durand hat schließlich im Rahmen einer Vorlesung „Die Katholiken und die Europäische Union“ die Verantwortung der Katholiken und Christen für die Zukunft Europas hervorgehoben.

 

Erwbischof Hippolyte Simon und zwei Mitglieder des von der COMECE eingesetzten Weisenrates zogen am Ende des dreitägigen Seminars Bilanz. Michel Camdessus, der frühere Direktor des Internationalen Währungsfonds, legte dabei sieben konkrete Vorschläge vor, die von der Einrichtung eines europäischen sozialen Dienstes für junge Europäer bis hin zur Verstärkung der europäischen Energiepolitik reichten. Philippe de Schoutheete, früherer ständiger Vertreter Belgiens bei der EU, unterstrich seinerseits die Bedeutung der dem EG-Vertrag zugrunde liegenden Werte wie Solidarität, Respekt vor der Diversität und intergenerationelle Gerechtigkeit, die Glaubenden und Nichtglaubenden gemeinsam gewesen seien und die die Errichtung zunächst des Gemeinsamen Marktes und dann des Euro ermöglicht hätten. Diese Werte seien auch die Grundlage für den Ausbau der gemeinsamen Aussen- und Sicherheitspolitik der EU.

 

Globalisierung, Erweiterung und Immigration – die heutigen Herausforderungen für Europa - verstärken Ängste und Sorgen. Angesichts der Verunsicherung vieler Bürger ist es die Pflicht der Kirche die Gründe dieser Ängste zu erkunden und die Katholiken einzuladen, sich für den politischen und demokratischen Aufbau Europas einzusetzen.

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