Sunday 24. October 2021
2007
COMECE Press 23/11/2007

 

Herbst-Vollversammlung der Bischöfe der COMECE:

Auswärtiges Handeln der EU – aktuelle Herausforderungen und Perspektiven

 

Angesichts der hoffnungslosen Lage der Flüchtlinge aus dem Irak – insbesondere der christlichen, die vom UNHCR als „most vulnerable“ beschrieben werden – fordern die Bischöfe der COMECE die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten auf, sich kurzfristig auf die verstärkte Aufnahme von Irakflüchtlingen innerhalb der nächsten zwei Jahre zu verständigen. Sie sprachen sich weiterhin dafür aus, vor allem kranken Flüchtlingskindern aus der Region eine Behandlung in Europa zu ermöglichen.

 

Die Bischöfe der COMECE (Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft) trafen sich zu ihrer Herbst-Vollversammlung vom 21. bis 23. November in Brüssel. Hauptthema war das Auswärtige Handeln der EU – aktuelle Herausforderungen und Perspektiven.

 

Außer mit der Situation von Irakflüchtlingen beschäftigten sich die delegierten Bischöfe der 24 Bischofskonferenzen auch mit dem Stand der Kooperation der EU mit Afrika. Angesichts der Frage zum künftigen Status des Kosovo brachten die Bischöfe ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass die Mitgliedstaaten der EU in dieser Krise eine gemeinsame Position bewahren können.

 

Der Europaabgeordnete Elmar Brok (EVP-ED) präsentierte am Donnerstag, dem 22. November, die neuen Instrumente, die durch den künftigen Vertrag von Lissabon eingeführt werden, insbesondere die Schaffung des Postens eines Hohen Vertreters der EU für Außen- und Sicherheits-Politik und Vizepräsidenten der Kommission. Die Bischöfe der COMECE äußerten die Erwartung, dass diese neuen Bestimmungen die Kohärenz und die Effizienz des auswärtigen Handelns der EU verbessern können.

 

Da der/die zukünftige Hohe Vertreter/in auch die Aufgabe haben wird, die Achtung der Religionsfreiheit in den verschiedenen Konfliktzonen der Welt zu verteidigen, schlagen die Bischöfe der COMECE vor, dass diese/r einen regelmäßigen Kontakt mit den Kirchen und Glaubensgemeinschaften pflegt. Ein anderer Vorschlag wäre, im künftigen Europäischen Auswärtigen Dienst eine Abteilung einzurichten, um die religiöse Dimension in internationalen Fragen dort, wo nötig, zu berücksichtigen.

In diesem Zusammenhang Die Bischöfe der COMECE begrüßten in ihrer Sitzung die am 15. November angenommene Entschließung des Europäischen Parlaments „Zu den schwerwiegenden Vorfällen, die die Existenz christlicher und anderer religiöser Gemeinschaften gefährden“.

 

Schließlich zeigten sich die Bischöfe der COMECE erfreut über die große Zahl von christlichen Ereignissen in Europa im Jahr 2007.[1] Zusammen mit den zahllosen europäischen Wallfahrten und vielen anderen Aktionen bezeugen diese Treffen die Annäherung und das Zusammenrücken der europäischen Völker und Kulturen, wodurch auch die „Kirche in Europa“ sichtbarer wird.

 

[1] Kongress der COMECE und ihrer Partner-Bewegungen „Werte und Perspektiven der EU“ im März in Rom, ökumenische Versammlung „Gemeinsam für Europa“ im Mai in Stuttgart (Deutschland), 7. Tagung in Gniezno (Polen) zum Thema „Der Mensch als Europas Weg“ im Juni, Dritte Ökumenische Versammlung unter dem Motto „Das Licht Christi scheint auf alle“ in Sibiu (Rumänien) im September, Settimane Sociali im Oktober in Pisa (Italien) zum Thema „Das Allgemeinwohl heute“, Semaines sociales de France in Paris zum Thema „Anders leben – Für eine nachhaltige und solidarische Entwicklung“ im November.

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