Wednesday 20. October 2021
2008
COMECE Press 15/12/2008

 

Kirchen und Europäische Kommission diskutieren die Herausforderungen von Bildungssystemen in einem interkulturellen Kontext

 

Bildung ist ein wichtiger Faktor für die Integration von Migranten in Europa. Informationen über aktuelle und besonders gut gelungene Projekte („best practice“) sollten ausgetauscht und diese auch finanziell unterstützt werden. Dies ist die abschließende Erklärung des Dialogseminars, das am 15. Dezember 2008 stattfand. Es wurde gemeinsam von der Europäischen Kommission, der Kommission Kirche und Gesellschaft (KKG) der Kommissionen der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE) veranstaltet. Dabei trafen Beamte der Kommission zusammen mit europäischen Experten für Bildung aus den Kirchen, religiösen Organisationen und der Wissenschaft.

 

Die EU hat eine wichtige Rolle im Bereich der allgemeinen Bildung bei der Förderung von best practice und dadurch Einfluss auf die Bildungspolitik in den Mitgliedstaaten. Das Dialogseminar im Rahmen des Europäischen Jahres des interkulturellen Dialogs 2008 widmete sich der „Qualität der Bildung in einem interkulturellen Umfeld". Die Teilnehmer erörterten die Vorteile der kulturellen Vielfalt und die Herausforderungen für Bildungssysteme in einer multikulturellen Gesellschaft.

 

Bildung ist einer der wichtigsten Faktoren für die Integration. Viele Schulen in Europa sind heutzutage mit dem Phänomen der "Weißen Flucht" konfrontiert. Gemeint ist, dass Eltern aus der indigenen Bevölkerung ihre Kinder aus Schulen nehmen, in denen die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler einen Migrationshintergrund haben. Bildungseinrichtungen müssen diesem Phänomen entgegenwirken und zu einladenden und inklusiven Lernumfeldern werden. Das Seminar untersuchte die Möglichkeiten der Kirchen und nicht-kirchlichen Einrichtungen, eine aktive Rolle bei der Förderung dieses Ansatzes zu spielen. Folgende Beispiele wurden untersucht: innovative Architektur, die Beteiligung von Familien- und Gemeinschaftsmitgliedern in dem Schulleben, interaktive Klassenzimmer und betreute Bibliotheken. Gleichzeitig unterstrich das Seminar die tragende Rolle der Eltern in der Erziehung ihrer Kinder.

 

EU-Kommissar für Bildung Ján Figel' betonte die religiöse Komponente des interkulturellen Dialogs und forderte die Fortsetzung des Dialogs über das Europäische Jahr des interkulturellen Dialogs 2008 hinaus. Ein Vertreter der Generaldirektion für Bildung und Kultur betonte, wie wichtig es sei, best practice-Beispiele auszutauschen. Sie begrüßte Beiträge von Kirchen und religiösen Gemeinschaften zur gegenwärtigen Konsultation der Kommission über Migration und Bildung. Die Kirchen und die Vertreter der Kommission einigten sich auch auf die Notwendigkeit, die Frage der Bildung als ständigen Punkt auf die Tagesordnung von Kommission und Kirchen im institutionalisierten Dialog aufzunehmen.

 

Dialogseminare haben eine langjährige Tradition in der Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Kommission und den Kirchen in Europa. Seit ihrem Beginn in den frühen 1990er Jahren haben sie sich als ein bedeutendes Diskussionsforum für Fragen von gemeinsamem Interesse erwiesen. Sie stellen ein wichtiges Element des regelmäßigen und transparenten Dialogs zwischen den europäischen Institutionen und den Kirchen in Europa dar. Ein vorheriges Dialogseminar zum Thema "Flexicurity" fand im Februar dieses Jahres statt.

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Alessandro Di Maio

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