Thursday 28. October 2021
2009
COMECE Press 09/12/2009

 

Aufruf des Präsidenten der COMECE

zur UN-Klimakonferenz in Kopenhagen

 

Der Präsident der COMECE, Mgr Adrianus van Luyn, appelliert vor dem Treffen des Europäischen Rates in Brüssel vom 10. bis 11. Dezember an die Entscheidungsträger der EU und ihrer 27 Mitgliedstaaten, alles zu tun, damit in Kopenhagen unter dem Dach der Vereinten Nationen ein ehrgeiziges, umfassendes und gerechtes Klimaschutzabkommen verabschiedet werden kann.

 

Die Weltgemeinschaft wird die Herausforderung des Klimawandels nur dann meistern, wenn alle politisch Verantwortlichen an einem Strang ziehen. In Kopenhagen muss das globale Gemeinwohl die Oberhand über nationale Interessen gewinnen. Die Zeit drängt. Statt halbherzigen Taktierens ist jetzt entschlossenes Handeln gefordert." Der Präsident der COMECE richtet einen besonderen Appell an die Europäische Union. „Die EU hat in der Vergangenheit bewiesen, dass sie in der Lage ist, die weltweiten Bemühungen im Kampf gegen den Klimawandel anzuführen. Wir bitten die Verantwortlichen in der EU, diese Führungsrolle auch in Kopenhagen einzunehmen."

 

Der Klimawandel wird für zukünftige Generationen immer mehr zu einer Überlebensfrage. Er stellt die Gerechtigkeit zwischen den Generationen auf eine harte Probe. Bischof van Luyn appelliert an alle Verantwortlichen, den Aufruf Papst Benedikts XVI. zu beherzigen, „die Erde den neuen Generationen in einem Zustand zu übergeben, so dass auch sie würdig auf ihr leben und sie weiter kultivieren können."[1]

 

Schon heute leiden viele Menschen unter den Auswirkungen des Klimawandels. Vor allem die Entwicklungsländer sind der Zunahme von Überflutungen, Dürreperioden, Wasserknappheit, Ernteausfällen und extremen Wetterereignissen oft hilflos ausgeliefert. Die bisherige Erderwärmung ist jedoch ganz wesentlich durch die Industrialisierung der westlichen Zivilisation und den konsumorientierten Lebensstil der wohlhabenden Gesellschaften verursacht worden. „ Es ist daher kein Almosen, so Mgr van Luyn, sondern ein Gebot der Gerechtigkeit, dass wir den Entwicklungsländern durch tatkräftige finanzielle Hilfe eine Anpassung an die schädlichen Folgen des Klimawandels ermöglichen und ihnen realistische Perspektiven für ein ökologisch nachhaltiges Wachstum eröffnen."

 

Wir sind der festen Überzeugung, dass ein weltweites Klimaschutzabkommen dem Ziel verpflichtet sein muss, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf unter 2°C zu begrenzen. Hierzu müssen sich die Industrieländer, aber auch die großen Schwellenländer verbindlich zu einer einschneidenden Verringerung ihrer Treibhausgasemissionen verpflichten, die den Empfehlungen der Wissenschaft gerecht wird."

 

Des Weiteren sollte ein Klimaschutzabkommen verbindliche Vorgaben für die entwickelten Länder zum Technologietransfer und zur finanziellen Unterstützung der Entwicklungsländer enthalten, mithilfe derer Investitionen in Energieeffizienz, erneuerbare Energien und umweltfreundliche Technologien sowie Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel finanziert werden können. Eine solche Klimahilfe sollte zusätzlich zu der bereits für andere Zwecke zugesagten Entwicklungshilfe gewährt werden.

 

Bischof van Luyn ermutigt außerdem die Gläubigen und alle Menschen guten Willens zu einem ökologisch nachhaltigen Lebensstil, der von einer Rückbesinnung auf die nicht-materiellen Werte des Lebens und von freiwilligem Maßhalten geprägt ist. „Wir brauchen heute mehr denn je eine ganzheitliche Sicht auf das Leben, die nicht auf materiellen Reichtum, sondern auf den Reichtum menschlicher Beziehungen, kultureller und spiritueller Werte gründet."

 


[1] Caritas in Veritate, Rz. 50

Pressekontakt:

Alessandro Di Maio

Communications Officer E-mail Kontakt Tel.: +32 (0) 2 235 05 15
Contact us
19, Square de Meeûs
B-1050 Bruxelles
T + 32(0)2 235 05 10
Display:
http://www.comece.eu/