Thursday 28. October 2021
2009
COMECE Press 01/12/2009

 

1. Dezember:

Die Kirchen werden offizielle Dialogpartner der EU

 

Am 1. Dezember tritt der Vertrag von Lissabon in Kraft. Neben der Reform der EU-Institutionen verankert der Vertrag einen Artikel von beträchtlicher Bedeutung für die Kirchen im Primärrecht der EU. Mit Artikel 17 des Vertrags über die Arbeitsweise der EU erkennt die EU die Identität und den spezifischen Beitrag der Kirchen an und führt auf dieser Grundlage einen „offenen, transparenten und regelmäßigen"[1] Dialog mit ihnen.

 

Mithilfe dieses Artikels können die Kirchen und Religionsgemeinschaften ihren Dialog mit der Kommission, dem Rat und dem Europäischen Parlament stärken und noch effektiver zur europapolitischen Reflexion beitragen.

 

Inspiriert durch ihre Soziallehren und ihre Erfahrung auf dem Terrain werden die Kirchen einen konstruktiv-kritischen Dialog mit den europäischen Entscheidungsträgern über die von der EU erarbeiteten Politikvorschläge führen.

 

Heute, am Vorabend eines neuen Jahrzehnts, sind es dieselben drängenden Herausforderungen, welche die EU und die Kirchen beunruhigen: Die Förderung der Würde jedes Menschen, die Solidarität mit den Schwächsten in unseren Gesellschaften, die Wirtschaft im Dienst des Menschen, die Solidarität zwischen den Generationen und mit den Entwicklungsländern, der Klimawandel und die Bewahrung der Schöpfung, die Aufnahme von Flüchtlingen und der interkulturelle Dialog.

 

Die Kirchen in Europa heißen daher den Dialog mit der EU als ein Instrument willkommen, das es ihnen erlaubt, die EU noch effektiver zu begleiten, damit sie zu einer geeinten, gastfreundlichen und sich ihrer Verantwortung bewussten Völker- und Wertegemeinschaft wird.

 

In den letzten Jahren hat sich bereits ein Dialog zwischen den europäischen Institutionen und der COMECE sowie ihren ökumenischen Partnern etabliert. Dank dieses „faktischen Dialogs" ist das Vertrauen zwischen den europäischen Institutionen und den Kirchen mit den Jahren gewachsen. Die COMECE wünscht, dass dieser Dialog auf der Basis von Artikel 17 intensiviert und vertieft wird. Sie ruft die Kirchen und die Christen in ganz Europa auf, die Gelegenheit zu nutzen, die der Dialog bietet, um mit Sachkenntnis und Menschlichkeit einen Beitrag zum europäischen Projekt zu leisten.

 

Zusammen mit ihren in der Konferenz europäischer Kirchen (KEK) zusammengeschlossenen ökumenischen Partnern wird die COMECE bald der Europäischen Kommission, dem Europäischen Parlament und dem Rat konkrete Vorschläge unterbreiten, wie dieser Dialog in der regelmäßigen institutionellen Praxis verankert werden kann.

 


[1] Artikel 17 (der frühere Artikel I-52 des Verfassungsvertrags) ist Teil des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV). Er lautet:

 

1. Die Union achtet den Status, den Kirchen und religiöse Vereinigungen oder Gemeinschaften in den Mitgliedstaaten nach deren Rechtsvorschriften genießen, und beeinträchtigt ihn nicht.

2. Die Union achtet in gleicher Weise den Status, den weltanschauliche Gemeinschaften nach den einzelstaatlichen Rechtsvorschriften genießen.

3. Die Union pflegt mit diesen Kirchen und Gemeinschaften in Anerkennung ihrer Identität und ihres besonderen Beitrags einen offenen, transparenten und regelmäßigen Dialog."

 

Pressekontakt:

Alessandro Di Maio

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