Monday 6. December 2021
2009

Erklärung der Bischöfe der COMECE zu den Europawahlen vom 4. - 7. Juni 2009

COMECE Press 20/03/2009

 

"Am Haus Europa weiterbauen"

 

Nach 64 Jahren friedlicher Entwicklung und 20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, der die Teilung des Kontinents beendet hat, verdient der Fortgang der europäischen Integration Wertschätzung, trotz mancher Schwierigkeiten. Deshalb unterstützen und fördern wir, die Bischöfe der COMECE, Europa als ein Projekt der Hoffnung für alle seine Bürger.

 

Auch in dieser unbeständigen Zeit der Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich die Europäische Union als ein verlässliches Zuhause erwiesen, das danach strebt, Stabilität und Solidarität unter seinen Mitgliedern zu gewährleisten. Heute, im Jahr 2009, hat die Europäische Union die Fähigkeit und die Mittel, auf die drängendsten Herausforderungen unserer Zeit zu antworten.

 

Durch ihre Teilnahme an den Wahlen zum Europäischen Parlament haben alle Bürger die Chance, zur Entwicklung und Verbesserung der Europäischen Union beizutragen.

 

 

Die Teilnahme an den Wahlen: ein Recht und eine Verpflichtung

 

Die katholische Kirche hat das Projekt der europäischen Integration von Anfang an unterstützt und befürwortet es weiterhin. Jeder Christ hat nicht nur das Recht, sondern auch die Verpflichtung, sich durch die Teilnahme an der Wahl aktiv an diesem Projekt zu beteiligen.

 

Die Teilnahme der Christen ist erforderlich, um die „Seele Europas" wiederzuentdecken, den Grundbedürfnissen der menschlichen Person gerecht zu werden und dem Allgemeinwohl zu dienen.

 

Das Europäische Parlament muss zu diesen Bestrebungen und Zielen durch seine Befugnisse und Kompetenzen, die durch die Ratifizierung des Lissabon-Vertrages weiter ausgebaut werden, beitragen.

 

 

Was Christen vom Europäischen Parlament erwarten:

 

Die Grundprinzipien jeder Gesellschaft sind die Würde des Menschen und die Förderung des Gemeinwohls. Diese Prinzipien müssen daher im Mittelpunkt jedweder EU-Politik stehen.

 

Im Hinblick auf die bedeutende Rolle des Europäischen Parlaments erwarten wir von den Europaparlamentariern, aktiv beizutragen,

 

-       menschliches Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod als integralen Bestandteil der europäischen Gesetzgebung, der Programme und der Politiken zu respektieren;

 

-       die Familie zu unterstützen, gegründet auf der Ehe zwischen Mann und Frau als Keimzelle der Gesellschaft;

 

-       die sozialen Rechte der Arbeitnehmer zu fördern und ihnen Arbeitsbedingungen zu bieten, welche ihre Gesundheit, Sicherheit und Würde respektieren;

 

-       eine auf ethischen Werten gegründete Organisation der Wirtschaft zu unterstützen, um eine nachhaltige menschliche Entwicklung innerhalb der Europäischen Union und auf globaler Ebene zu gewährleisten;

 

-       Gerechtigkeit in den Beziehungen Europas zu Entwicklungsländern durch finanzielle Unterstützung und innovative Partnerschaften zu fördern;

 

-       Solidarität mit den Schwächsten und Ärmsten unserer Gesellschaft (insbesondere Menschen mit Behinderungen, Asylsuchenden und Migranten) zu beweisen;

 

-       die Schöpfung zu bewahren durch den Kampf gegen den Klimawandel und die Ermutigung zu einem genügsamen Lebensstil;

 

-       den Frieden in der Welt durch eine koordinierte und kohärente EU-Außenpolitik zu fördern.

 

 

Durch das Evangelium Jesu Christi erleuchtet und geführt, sind Christen in der Lage und gewillt, bei der Erfüllung dieser Ziele mitzuhelfen, eingedenk der Aussage Seiner Heiligkeit Papst Johannes Paul II.:   „(...) Christliche Offenbarung [kann] den politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Zusammenschluss in eine Form des Zusammenlebens verwandeln (...), in der sich alle Europäer zuhause fühlen" (Ecclesia in Europa, 121).

 

 

Brüssel, den 20. März 2009

 

 

Pressekontakt:

Alessandro Di Maio

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