Thursday 28. October 2021
2010
COMECE Press 05/10/2010

Europäisches Parlament ergreift Maßnahmen zur Förderung der Religionsfreiheit

 

Die Religionsfreiheit muss in der EU-Außenpolitik Berücksichtigung finden, indem sie in Form einer verbindlichen Klausel zum Respekt der Religionsfreiheit in Abkommen mit Drittländern eingefügt wird. Dies ist die Hauptforderung einer schriftlichen Erklärung, die heute durch Mario Mauro, MEP, EVP-Fraktion, und Konrad Szymański, MEP, Mitglied der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformisten, vorgestellt wurde. Die Initiative wurde heute aus Anlass einer Konferenz zum Thema Christenverfolgung, welche durch die beiden Fraktionen sowie COMECE organisiert worden ist, lanciert.

 

 

Verletzungen des Rechts auf Religions- oder Glaubensfreiheit werden auf der gesamten Welt verübt und betreffen schätzungsweise 100 Millionen Christen jedes Jahr. Laut Open Doors International wird die Top-Ten-Liste der Länder, in denen Christen am meisten wegen ihres Glaubens verfolgt werden, von Nord-Korea, Iran, Saudi-Arabien, Somalia, den Malidiven, Afghanistan, Jemen, Mauretanien, Laos und Usbekistan angeführt.

 

Während der Konferenz kamen auch bekannte Zeugen der Christenverfolgung aus aller Welt zu Wort: Mgr Eduard Hiiboro Kussala, Bischof der Katholischen Diözese von Tombura, Yambio im Süd-Sudan, Mgr Louis Sako, Chaldäischer Erzbischof von Kirkuk, Irak, Dr. T. M. Joseph, Direktor des Newman Colleges in Thodupuzha, Indien sowie Kok Ksor, Präsident der Montagnard Foundation (Vietnam).

 

Konrad Szymański MEP (ECR) erinnerte: „75 Prozent aller Todesfälle im Zusammenhang mit Hassverbrechen aus religiösen Gründen betreffen Menschen christlichen Glaubens, weshalb Christen die am meisten verfolgte religiöse Gruppe in der Welt sind. Europa kann nicht gleichgültig bleiben. Die EU muss eine Mitverantwortung für den Schutz der Religionsfreiheit in der gesamten Welt übernehmen. Das Massenleiden der Christen ist selbst heute noch ein Verbrechen, das vergessen bleibt. Wir sind hier, um die Politiker an ihre Verantwortung hierfür zu erinnern."

 

Mario Mauro, MEP, EVP-Fraktion, betonte: „Religionsfreiheit ist die Bedingung, von der all unsere anderen Freiheiten abhängen: die Freiheit, die Religion, an die wir glauben, zu äußern und sich zu dieser zu bekennen, bedeutet, dem Machtmissbrauch zu entkommen. Das ist der Grund dafür, warum wir auf der Verteidigung dieses Grundsatzes bestehen müssen und dies ist auch der Grund dafür, warum wir die schriftliche Erklärung zur Verteidigung der „Religionsfreiheit" initiiert haben".

 

Othmar Karas, MEP und als stellvertretender Vorsitzender der EVP-Fraktion verantwortlich für Interreligiöse Aktivitäten, hob hervor: „Nichtdiskriminierung ist universal. Religionsfreiheit und Nichtdiskriminierung gehen Hand in Hand. Religionen sind ein wichtiger Teil der Europäischen Identität und daher ist der interreligiöse Dialog entscheidend für das politische und Europäische Bewusstsein."

 

Aus Anlass der Konferenz stellte das COMECE Sekretariat sein „Memorandum zur Religionsfreiheit" vor. Der Text enthält 11 Empfehlungen, adressiert an das Europäische Parlament, die Europäische Kommission, den Rat und den Europäischen Auswärtigen Dienst, damit diese, entsprechend ihren jeweiligen Verantwortungsbereichen, zur Förderung der Religionsfreiheit in den Außenbeziehungen der EU beitragen. Das Memorandum erinnert daran, dass „das Recht auf Religionsfreiheit eng mit anderen Grundrechten verbunden ist, dass die Religionsfreiheit gleichsam ein „Test" für die Beachtung der Grundrechte ist".

 

Die schriftliche Erklärung, die initiiert wurde durch die MEPs Mario Mauro und Konrad Szymański, soll in den nächsten Wochen dem Plenum vorgelegt werden. Die Unterschriften von 380 Abgeordneten sind dabei in den nächsten drei Monaten erforderlich, damit die Erklärung angenommen wird.

 


 

Text des Memorandums der COMECE, Fotos, Reden unter www.comece.eu

Für weitere Informationen, kontaktieren Sie bitte die COMECE Press Officer, Johanna Touzel

 

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