Sunday 24. October 2021
2011

“Europa den Menschen näher bringen”

Kirchen treffen die ungarische EU-Präsidentschaft

 

Im Rahmen der Reihe regelmäßiger Treffen zwischen Kirchen und den angehenden EU-Ratspräsidentschaften empfing der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán  eine Delegation ungarischer und europäischer Kirchenvertreter in Budapest. Der Ministerpräsident wurde zu dem Treffen von dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Zsolt Semjén und den Staatssekretären Mihály Varga, Peter Szíjjárto, Zoltán Balog und László Szászfalvi sowie von einigen Beratern begleitet.

 

Unter den spezifischen Themen, die die Delegation der Kirchenvertreter vorbrachte, befanden sich Fragen zur Familienpolitik, zur Situation der Roma-Gemeinschaften in Europa, zur Implementierung der Glaubensfreiheit und der EU-Donaustrategie. Die Themen umfassten auch die soziale Dimension in der europäischen Politik und insbesondere die Umsetzung der EU-Strategie 2020.

 

Ministerpräsident Orbán ging auf die Anfragen und Bedenken der Kirchen ein und begrüßte ihre aktive Mitarbeit während der ungarischen Ratspräsidentschaft  in den bevorstehenden 6 Monaten und darüber hinaus. Er bat die Kirchen um ihre Unterstützung, um europäische Regierungen und Gesellschaften zu überzeugen, dass die Integration der Roma-Gemeinschaften eine europäische Verpflichtung und nicht nur eine nationale Aufgabe einiger europäischer Regierungen sei. Es sei nur möglich, die Lebensbedingungen der Roma in Europa zu verbessern, wenn alle europäischen Regierungen zusammenarbeiteten. Die Identifizierung von „best practices“ sei eine Priorität für die ungarische EU-Ratspräsidentschaft, zu welcher die Kirchen mit ihrer Erfahrung und ihren  guten Beziehungen zu Roma-Gemeinschaften viel beitragen könnten.

 

Im Hinblick auf die bevorstehenden Debatten im Europäischen Parlament und im Europäischen-Rat für Auswärtige Beziehungen drückte der Ministerpräsident seine Unterstützung aus für eine wirkungsvolle Intervention durch die Europäische Gemeinschaft gegen die Verfolgung von Christen und gegen die weltweit zunehmenden Angriffen auf christliche Gemeinschaften. Eine solche  Stellungnahme könne entweder durch die Ratspräsidentschaft selbst oder durch den neu eingerichteten Auswärtigen Dienst der Europäischen Gemeinschaft erfolgen.

 

Hinsichtlich der ersten Implementierungsphase der EU-Donaustrategie waren sich der Ministerpräsident und die Kirchenvertreter einig über die Notwendigkeit der Verstärkung von Versöhnung und interkulturellem Dialog als zwei wichtigen Elementen der Strategie, die die Zusammenarbeit  zwischen Regierungen und der Zivilgesellschaft in der Donauregion erfordere.

 

Im Blick auf die Priorität der ungarischen Ratspräsidentschaft, Europa näher an seine Bürgerinnen und Bürger zu bringen, betonten die Kirchenvertreter die Einbeziehung der Zivilgesellschaft und der Religions- und Glaubensgemeinschaften in die Entscheidungsprozess auf europäischer Ebene. Ministerpräsident Orbán bestätigte in seiner Antwort die Schwierigkeiten der europäischen Institutionen, Europa den Bürgerinnen und Bürgern näher zu bringen. Er bat die Kirchen , ihre wichtige Rolle als Brückenerbauer beizubehalten, da Kirchen auf lokaler, nationaler und regionaler Ebene organisiert seien und somit die „Stimme der Menschen“ in die Institutionen einbringen könnten.

 

Die Sitzung am 17. Januar ist in diesem Sinne der Beginn für den weiteren Dialog zwischen den Kirchen und der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft. Die Kirchen benutzten die Gelegenheit, um ihr Programm vorzustellen, welches die Ratspräsidentschaft während der ersten Hälfte des Jahres 2011 begleiten wird.

 

Die Kirchendelegation für die Sitzung mit dem Ministerpräsidenten reflektierte die Vielfalt der Kirchen im ungarischen Kontext. Unter der Führung von Kardinal Péter Erdö (römisch-katholisch), Bischof Dr. Gusztáv Bölcskei (reformiert) und dem Ökumenischen Rat in Ungarn, schloss die Delegation Vertreter der römisch-katholischen, reformierten, lutherischen, baptistischen, methodistischen und orthodoxen Kirchen in Ungarn ein. Aufgrund der spezifischen Tradition in Ungarn nahmen auch Vertreter der jüdischen Gemeinschaft teil. Die kirchlichen Organisationen Europas wurden durch Pfarrer Rüdiger Noll, Direktor der Kommission „Kirche und Gesellschaft“ der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und Vater Dr. Piotr Mazurkiewicz, Generalsekretär der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE), vertreten.


 

Für weitere Fragen kontaktieren Sie bitte Johanna Touzel, Pressesprecherin der COMECE

Pressekontakt:

Alessandro Di Maio

Communications Officer E-mail Kontakt Tel.: +32 (0) 2 235 05 15
Contact us
19, Square de Meeûs
B-1050 Bruxelles
T + 32(0)2 235 05 10
Display:
http://www.comece.eu/