Monday 6. December 2021
2011

Sinneswandel beim EGMR:

Vielfalt von Ansätzen betreffend religiöser Symbole im öffentlichen Raum in Europa schließlich anerkannt

 

 

COMECE begrüßt das besonnene Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg in dem Verfahren Lautsi ./. Italien. Die Große Kammer des EGMR erklärte am 18. März 2011, dass die Präsenz von Kruzifixen in Klassenzimmern in staatlichen Schulen in Italien dem Recht auf Erziehung nicht widerspricht. Diese Entscheidung widerlegt eindeutig das vorangegangene Kammerurteil des EGMR aus dem Jahr 2009. COMECE betrachtet diese Entscheidung als Anerkennung des berechtigten Platzes des Christentums im öffentlichen Raum sowie der Vielfalt kultureller Traditionen in Europa.

 

Es ist eine Tatsache, dass es in ganz Europa eine Vielzahl von Modellen gibt, welche die Frage regeln, wie mit Religion und religiösen Symbolen in öffentlichen Schulen und im öffentlichen Leben umzugehen ist. Diese Vielfältigkeit resultiert aus den verschiedenen Traditionen, der unterschiedlichen Identität und Geschichte, und damit auch den verschiedenen Staat-Kirche-Beziehungen, der Mitgliedstaaten. Der Gerichtshof erkennt zu Recht an, dass das Fehlen „eines Europäischen Konsens bezüglich der Präsenz religiöser Symbole in staatlichen Schulen“ bei der Beurteilung des vorliegenden Falles berücksichtigt werden muss.

 

Die Präsenz eines Kruzifixes in Schulen hindert nicht an der Vermittlung des Lehrplans in einer objektiven, kritischen und pluralistischen Weise. Die Präsenz dieses bestimmten religiösen Symbols zielt vielmehr auf die Übermittlung grundlegender moralischer Werte in öffentlichen Schulen ab.

 

Mit Blick auf das katholische Prinzip der Subsidiarität teilt COMECE die Sicht des Gerichtshofs, dass die nationale Ebene die am besten geeignete Ebene ist, auf welcher diejenigen Angelegenheiten, die tief in der Tradition des jeweiligen Landes verwurzelt sind, vernünftig bewertet werden können.

 

Das Kruzifix symbolisiert die Kreuzigung und Auferstehung von Jesus Christus. Christen aller Konfessionen sehen daher im Kreuz das Symbol von Gottes umfassender Liebe für die gesamte Menschheit. Für Gläubige anderer Religionen und auch für Nicht-Gläubige kann das Kreuz als Symbol für Gewaltlosigkeit und des Widerstehens von Vergeltung bewertet werden. Seine öffentliche Ausstellung erinnert alle Menschen an den Respekt der menschlichen Würde, einem Prinzip, aus dem sich alle Grundrechte ableiten.

 


Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte die COMECE Pressesprecherin johanna.touzel@comece.eu

 

Pressekontakt:

Alessandro Di Maio

Communications Officer E-mail Kontakt Tel.: +32 (0) 2 235 05 15
Contact us
19, Square de Meeûs
B-1050 Bruxelles
T + 32(0)2 235 05 10
Display:
http://www.comece.eu/