Monday 6. December 2021
2011

Ein Hoffnungszeichen: COMECE-Bischöfe begrüßen arabischen Frühling

 

Nach jahrzehntelangen diplomatischen Engpässen und Konflikten im Mittleren Osten und Nordafrika sehen die Bischöfe der COMECE im arabischen Frühling ein klares Signal der Hoffnung. Die Volksaufstände in Tunesien, Ägypten, Libyen und anderen arabischen Ländern erheben den legitimen Anspruch auf Freiheit und Menschenwürde für Millionen von Menschen. Das ist die Hauptbotschaft der Frühjahrsvollversammlung der COMECE, die vom 6. – 8. April in Brüssel stattfand. Das Schwerpunktthema war “Die christlichen Kirchen in Maghreb und Mashrek“.

 

Von Herzen ermutigen die COMECE-Bischöfe den Einsatz der Bürger in diesen Ländern für die Einhaltung der Grundrechte und der Demokratie. Die Bischöfe denken besonders an die jüngere Generation, die in all diesen Ländern eine führende Rolle beim Beginn des Aufstands und dessen mutiger, friedlicher und ökumenischer Organisation gespielt hat.

 

Unter Berufung auf die Schlussfolgerungen der Synode zum Mittleren Osten sind die COMECE-Bischöfe der Auffassung, dass die Christen, genauso wie alle anderen Bürger, die einer anderen Religionsgemeinschaft angehören, verantwortungsbewusste Bürger ihres Landes sind. Die Bischöfe rufen sie dazu auf, auf der Grundlage ihres Glaubens, zum demokratischen Wandel beizutragen

 

Nach Anhörung einiger Experten aus der arabischen Welt und den europäischen Institutionen sprechen die COMECE-Bischöfe die folgenden Empfehlungen aus:

 

- Dringend bedarf es mehr und konkretere Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten der EU, um den Zustrom von Migranten und Flüchtlingen zu bewältigen wie es in der Richtlinie 2001/55/EC über Mindestnormen für die Gewährung vorübergehenden Schutzes im Falle eines Massenzustroms von Vertriebenen aus Drittländern vorgesehen ist.

-Die EU sollte dabei helfen, die äußerst bedauernswerte Situation in diesen Ländern verbessern zu helfen, durch die Entwicklung neuer Instrumente, die die Modernisierung und Demokratisierung dieser Gesellschaften nachhaltig unterstützen

 

-Im Kontext des Wandels in der arabischen Welt sollte die EU die Bedeutung der Gewährung gleicher  Rechte für alle Bürger, unbeschadet ihrer ethnischen oder religiösen Herkunft, einschließlich der Christen, in diesen Länder unterstreichen.

 

Die Bischöfe haben ihrerseits die folgenden möglichen Aktionen in Erwägung gezogen:

 

- ein regelmäßiger Austausch mit den Bischofskonferenzen in Nordafrika und im Mittleren Osten um die Erwartungen der lokalen Bevölkerung an die EU besser zu kennen.

- die Ermutigung zur gemeinsamen Reflexion von Christen und Muslimen aus Nordafrika und dem Mittleren Osten über “Demokratie und Religion”

- die Förderung der sozialen und politischen Bildung junger Menschen in Nordafrika und im Mittleren Osten.

 

Die Bischöfe haben ebenfalls einen Brief an ihre Amtsbrüder im Mittleren Osten und in Nordafrika verfasst, in dem sie ihre Solidarität und die Gemeinschaft im Gebet zum Ausdruck bringen.

 

Die wachsende Unsicherheit und Bedrohung, denen christliche Minderheiten in der arabischen Welt zunehmend ausgesetzt sind, dürfen nicht toleriert werden. Zugleich sind die COMECE Bischöfe äußerst besorgt darüber,  wie religiöse Minderheiten in Europa gelegentlich behandelt werden. Sie rufen deshalb alle Bürger, insbesondere die Christen, und die politischen Verantwortungsträger dazu auf, den Dialog der Kulturen und Zivilisationen in Europa wie in der ganzen Welt zu fördern.

 

 


 

Für weitere Informationen kontaktieren sie bitte johanna.touzel@comece.eu, COMECE Pressesprecherin

 

Pressekontakt:

Alessandro Di Maio

Communications Officer E-mail Kontakt Tel.: +32 (0) 2 235 05 15
Contact us
19, Square de Meeûs
B-1050 Bruxelles
T + 32(0)2 235 05 10
Display:
http://www.comece.eu/