Tuesday 17. September 2019
2011

Glaubensrepräsentanten und EU-Institutionen zur Förderung von Demokratisierung und Frieden im südlichen Mittelmeerraum vereint

 

 

Der Arabische Frühling stand im Zentrum der Gespräche des diesjährigen Gipfeltreffens von den Religionsvertretern und den Vorsitzenden der EU-Institutionen. Dieses siebte Treffen fand auf Einladung von Kommissionspräsident José Manuel Barroso zusammen mit Jerzy Buzek, Präsident des Europäischen Parlaments, und Herman Van Rompuy, Präsident des Europäische Rates statt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach der Erfahrung einer ähnlichen Freiheits- und Demokratisierungswelle in Zentral- und Osteuropa im Jahr 1989, die zur Wiedervereinigung des Kontinents führte, sind die Europäischen Entscheidungsträgern bereit, das Momentum des arabischen Frühlings zu ergreifen, um Frieden, Demokratie und Wohlstand um das Mare Nostrum aufzubauen. Am 8. März  veröffentlichte die EU-Kommission eine Serie von Vorschlägen zum Aufbau einer Partnerschaft mit dem südlichen Mittelmeerraum. In diesem Kontext sind die EU Institutionen bereit, sich mit allen Partnern zu verbünden, die diese gemeinsamen universellen Werte verteidigen und voranbringen wollen. „Ich bin davon überzeugt, dass wir diese Herausforderungen nicht ohne die aktive Mitwirkung der Religionsgemeinschaften bewältigen können“ sagte Präsident Barroso.

 

Der Präsident des Europäischen Parlaments, Herr Buzek, erkannte an, dass die Revolutionen in der arabischen Welt von den Völkern selber ausgegangen sind  und ihre tiefe Sehnsucht nach Freiheit und Gerechtigkeit ausdrückten. „Dies sind nicht unsere Revolutionen, aber dies sind unsere Werte“ fügte er hinzu, und erinnerte an die entscheidende Rolle der Kirchen in Zentraleuropa im Kampf für Solidarität und Freiheit vor 20 Jahren.

 

20 Christliche, Jüdische, Muslimische Religionsvertreter sowie von Buddhistischen Gemeinschaften antworteten auf diese Einladung und teilten ihre Erfahrungen und Gedanken mit den EU Vorsitzenden.

 

Der Vize-Präsident der COMECE, Kardinal Marx, unterstrich, dass der Glaube eine positive Kraft sei, die zu einer konstruktiven Gestaltung der Welt einlädt und aufruft. Der Kardinal erinnerte daran, dass die Beschränkung von Macht und Gewalt für demokratische Regime im Zentrum steht und, dass der Glaube vor Allmachtsphantasien bewahrt. „Der Mensch ist zwar frei, aber nicht allmächtig. Deshalb sind der Glaube und die Religion aus christlicher Sicht eine Ressource einer freiheitlichen staatlichen Ordnung.“

 

Christen sind die natürlichen Verbündeten all jener, die Freiheit lieben” so Kardinal Nycz, Erzbischof von Warschau. Der Kardinal rief besonders die EU Institutionen dazu auf, sich für Religionsfreiheit im südlichen Mittelmeerraum einzusetzen. Bei diesem Grundrecht handele es sich nicht nur um Kultusfreiheit, sondern vor allem um Gewissensfreiheit.

 

Der COMECE-Präsident, Mgr van Luyn, bedauerte, dass das Zusammenleben verschiedener Religionsgemeinschaften im Nahen Osten und Nord-Afrika oftmals manipuliert worden war, um sie gegeneinander aufzubringen. „Gott möchte, dass wir Christen im Mittleren Osten und für den Mittleren Osten sind. Das ist unsere Mission und unsere Berufung – als Christen und Muslime miteinander zu leben.“ Unter Bezugnahme auf das Projekt des Dominikaner-Ordens, in Bagdad eine „Open University“ zu gründen, rief Mgr. Van Luyn in Erinnerung, dass Kirchen im Nahen Osten und Nord Afrika ähnliche Projekte im Bereich Bildung, Interkultureller Dialog und Bürgerschaft fördern, die, wie er vertraut, die Europäische Kommission unterstützen könnte.

 

 


 

Für Weitere Informationen kontaktieren sie bitte johanna.touzel@comece.eu, COMECE Pressesprecherin

 

Die Reden von Mgr van Luyn, Kardinal Marx und Kardinal Nycz sind auf Anfrage erhältlich

 

Pressekontakt:

Alessandro Di Maio

Communications Officer E-mail Kontakt Tel.: +32 (0) 2 235 05 15
Contact us
19, Square de Meeûs
B-1050 Bruxelles
T + 32(0)2 235 05 10
Display:
http://www.comece.eu/