Thursday 28. October 2021
2011

 

Menschliche Embryonen sind nicht patentierbar

 

 

COMECE begrüßt das Urteil des Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH). In der Rechtssache Oliver Brüstle ./. Greenpeace hat der EuGH in einem Vorabentscheidungsverfahren entschieden, dass wissenschaftliche Verfahren, die die Zerstörung von Embryonen nach sich ziehen, nicht patentierbar sind.

 

 

Im Rahmen dieser Rechtssache musste der Gerichtshof eine klare rechtliche Interpretation des Begriffs „menschlicher Embryo“ geben. Dieser Begriff war in der Richtlinie 98/44/EC nicht erklärt worden. Nun definiert der EuGH als menschliche Embryonen:

- jede menschliche Eizelle vom Stadium ihrer Befruchtung an, da die Befruchtung geeignet ist, den Prozess der Entwicklung eines Menschen in  Gang zu setzen;

- jede unbefruchtete menschliche Eizelle, in die ein Zellkern aus einer ausgereiften menschlichen Zelle transplantiert worden ist;

- jede unbefruchtete menschliche Eizelle, die durch Parthenogenese zur Teilung und Weiterentwicklung angeregt worden ist;

 

Das Urteil liefert mithin eine breite und wissenschaftlich fundierte Definition des Begriffs „menschlicher Embryo“.

 

In der Tat stellt die Befruchtung den Beginn der biologischen Existenz eines Menschens dar, der einen Entwicklungprozess durchläuft.  Deswegen sollte der menschliche Embryo auf jeder Entwicklungsstufe als ein menschliches Wesen mit Potential und nicht nur als „potenzielles menschliches Wesen“ betrachtet werden.

 

Es ist weiterhin zu begrüßen, dass der Gerichtshof ebenfalls „Verfahren, die durch die Entnahme von Stammzellen, die aus einem menschlichen Embryo im Blastozystenstadium gewonnen werden, die die Zerstörung des Embryos nach sich ziehen“ von der Patentierung ausschließt.

 

Schließlich erwartet COMECE als eine positive Folge dieses Urteils, dass ein neuer Anstoß für die Forschung an anderen Quellen gegeben werden könnte. Diese Quellen standen bis jetzt im Schatten der Forschung mit embryonalen Stammzellen. Die Verwendung von adulten Stammzellen, sowie Stammzellen, die aus Nabelschnurblut abgeleitet werden, sowie andere, bieten zum Teil schon heute für Regenerative Medizin bedeutende Möglichkeiten. Darüber hinaus genießen diese Methoden sowohl auf wissenschaftlichem als auch auf ethischem Grund weite Anerkennung.

 

Das Urteil könnte demnach existierende und vielversprechende Forschungsfelder fördern, die den Respekt vor dem menschlichen Leben mit effizienten und innovativen Verfahren zur Heilung von Menschen kombinieren. Deshalb ist dieses Urteil des EuGH als ein Meilenstein für den Schutz des menschlichen Lebens in der EU-Gesetzgebung zu begrüßen. So ist zu erwarten, dass es einen positiven Einfluss auf konkrete Politikfelder, wie z. B der Finanzierung der Forschung in der EU, haben wird.

 

 


 

Für Weitere Informationen kontaktieren sie bitte die COMECE Pressesprecherin johanna.touzel@comece.eu

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Alessandro Di Maio

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