Sunday 21. April 2019
2013

Hin zu einer aktiven Beteiligung: die spirituelle Dimension europäischer Bürgerschaft

 

 

Das diesjährige Gipfeltreffen der europäischen Religionsvertreter fand am 30. Mai im Hauptsitz der EU-Kommission in Brüssel mit dem Thema „Den Bürger in Zeiten der Veränderung zum Herz des europäischen Projektes machen “. Gastgeber des Treffens war der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, unter Mitwirkung des Präsidenten des Europäischen Rates, Herman Van Rompuy, und des Vize-Präsidenten des Europäischen Parlaments, László Surján.

 

Die Europäische Kommission unterhält einen offenen, transparenten und regelmäßigen Dialog mit Kirchen und Religionsgemeinschaften nach Maßgabe des Vertrags von Lissabon, durch welchen er im Primärrecht verankert wird (vgl. Artikel 17 AEUV). Den Höhepunkt dieses Dialogs, der auch auf anderen Ebenen ausgeführt wird, bildet das jährliche Gipfeltreffen mit den hochrangigen Religionsvertretern dar.

 

Vor dem Hintergrund des Europäischen Jahrs der Bürgerinnen und Bürger 2013, tauschten die Teilnehmer ihre Ansichten unter anderem zu der Frage aus, wie man Europa näher zu seinen Bürgerinnen und Bürgern bringen kann und wie den Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern und zivilgesellschaftlichen Organisationen intensivieren kann.

 

Die Katholische Kirche wurde bei diesem Treffen vertreten von Erzbischof Manuel Clemente, dem Patriarchen von Lissabon, von Bischof Jean Kockerols, Weihbischof von Mechelen-Brüssel und Vizepräsident der COMECE sowie von Mgr. Youssef Soueif, Erzbischof der Maroniten und COMECE-Mitgliedsbischof aus Zypern. Während des Treffens legten sie ihre Betrachtung zur europäischen Bürgerschaft dar. Ihre Auffassungen können, wie folgt, zusammengefasst werden:

 

Der gegenwärtige Begriff der Bürgerschaft ist innerhalb der Europäischen Staatenfamilie komplex und zeichnet die vielen Traditionen, die wir innerhalb der EU antreffen, ab. Eine der grundlegenden Traditionen ist christlich und dieses christliche Erbe hat unsere Idee von Bürgerschaft tiefgreifend beeinflusst, nicht zuletzt in Bezug auf die Werte, die wir im Mittelpunkt dieses Konzepts finden.

 

Das bedeutendste Charakteristikum eines christlichen Verständnisses von Bürgerschaft ist, dass Rechte mit Pflichten in Einklang gebracht werden müssen, unsere (Rechts-)Ansprüche an unsere bürgerlichen Verantwortlichkeiten gekoppelt werden müssen. Die Christen sollten zunächst an ihre Pflichten und Verantwortlichkeiten denken und danach streben, eine Gesellschaft aufzubauen, die inklusiv, offen und besonders sensibel für diejenigen ist, deren Rechte nicht umfassend respektiert werden, und die, obwohl sie unter uns wohnen, nicht die gleichen Rechte aus der Bürgerschaft genießen, die wir als für so gegeben ansehen. Diese Herausforderung an das christliche Gewissen ist umso dringlicher in der heutigen Zeit der sozio-ökonomischen Krise, ebenso wie die Notwendigkeit, den Begriff der Bürgerschaft mit seiner eigenen spirituellen Dimension zu versehen – unerlässlich, wenn Europa seine „Seele“ finden will.

 

Katholiken sollten „aktive“ Bürgerschaft in ihrer Nachbarschaft und ihren Ländern, aber ebenso in Europa, nicht nur als reine politische Einbindung verstehen, sondern auch als „Aktivsein“ zum Beispiel in karitativen und ehrenamtlichen Einrichtungen. Dies ist ein sehr bedeutender Aspekt einer aktiven, gesunden und verantwortlichen Europäischen Bürgerschaft. Hierbei kann das Netzwerk der Katholischen Organisationen eine bedeutende Rolle spielen, um das Ziel zu erreichen.

 

Darüber hinaus haben zwanzig hochrangige Vertreter christlicher, muslimischer und jüdischer Religion sowie von der Gemeinschaft der Hindu aus ganz Europa an dem Treffen teilgenommen.

 

Die Reden, Fotos und Videos der Pressekonferenz sind HIER abrufbar.

 

Video der Pressekonferenz

 

KONTAKT: Johanna Touzel, Pressesprecherin der COMECE

johanna.touzel@comece.eu Tel+32 (0)2 235 05 15

 


Die COMECE ist die Kommission der Bischofskonferenzen in der Europäischen Union. Sie setzt sich aus den delegierten Bischöfen der 26 katholischen Bischofskonferenzen zusammen, die alle EU-Mitgliedsstaaten repräsentieren. Seit nun mehr 30 Jahren begleitet die COMECE den Prozess der Europäischen Integration, indem sie die Gesetzgebung auf europäischer Ebene reflektiert. Die COMECE ist nach Artikel 17 (3) des Vertrags über die Arbeitsweise der EU Dialogpartner der EU-Institutionen.

 

Pressekontakt:

Alessandro Di Maio

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