Wednesday 27. October 2021
2013

 

Ein humaner Ansatz bei der Migration

 

Das Schiffsunglück am 3. Oktober 2013, bei dem über 300 Migranten bei dem vergeblichen Versuch, die Insel Lampedusa zu erreichen, ihr Leben verloren, machte in den meisten europäischen Ländern das Thema Migration zur Schlagzeile. Es traf unser Herz, aber es machte uns nachdenklich über die Notlage der Migranten und unseren Umgang mit ihnen. Gleichzeitig ist es ernüchternd daran zu erinnern, dass in den letzten Jahren mehr als 20.000 Menschen bei dem Versuch das Mittelmeer zu überqueren ertrunken sind. Daher haben sich die Bischöfe der COMECE im Rahmen ihrer Herbstvollversammlung vom 13. bis 15. November in Brüssel intensiv mit diesem aktuellen Phänomen der Migration befasst.

 

 

Ein humaner Ansatz bei der Migration

Im Zusammenhang mit Migration ist es wichtig, zwischen regulärer und irregulärer Migration zu unterscheiden. Die Bischöfe haben das Gefühl, dass die gesetzlichen Bestimmungen, die in allen Fällen respektiert werden müssen, einer größeren Flexibilität und eines Gespür für die  menschlichen Aspekte bedürfen.

 

Ein Mitarbeiter der Generaldirektion Inneres der Europäischen Kommission unterrichtete die Bischöfe über den bestehenden rechtlichen Rahmen für Migration und Asyl. Trotz der rechtlichen Instrumente, die theoretisch von allen anzuwenden sind, bestehen zwischen den Mitgliedsstaaten Unterschiede bezüglich der Art ihrer Anwendung. Die an das Mittelmeer angrenzenden Staaten haben das Gefühl, zu große Lasten zu tragen. Die Bischöfe erhielten einen Brief ihrer bischöflichen Mitbrüder aus Malta, die um Solidarität mit ihrem Land baten. Solidarität zwischen allen EU—Mitgliedsstaaten ist wesentlich.

 

Wenn es friedliche Umstände oder die sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen in den Herkunftsländern es zuliessen, würden die meisten, die sich heute entscheiden ihr Land zu verlassen, es vorziehen zu bleiben und mit ihren Familien zu Hause zu leben. Größere Unterstützung für die Herkunftsländer könnte potentielle Migranten dazu bewegen, in ihrem Heimatland zu bleiben. Die Bischöfe sind der Ansicht, dass koordinierte Hilfe an die Herkunftsländer und die Unterstützung der Transitländer notwendig ist, um die Migrationsströme zu bewältigen. Eine kohärentere EU-Migrationspolitik, die sich mit anderen Politikbereichen der Union (wie z.B. Handel, Entwicklungshilfe und Außenbeziehungen) abstimmt, ist daher notwendig.

 

COMECE besteht auf einen humaneren Ansatz bei Migration und Asyl und hofft, zu der Neuordnung der zukünftigen EU-Innenpolitik ab 2014 beizutragen.

 

Die Bischöfe wurden über die praktischen Erfahrungen der Region Madrid bei der Integration von Migranten unterrichtet. Regionale und kommunale Behörden sind die Schlüsselakteure bei der Integration von Migranten. Pfarrgemeinden können dann eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, Migranten willkommen zu heißen und sie zu integrieren.

 

Menschenhandel ist ein Skandal

In der Europäischen Union gibt es derzeit schätzungweise 880.000 Opfer von Menschenhandel. Viele sind Opfer von Zwangsarbeit, Organhandel oder der Sexindustrie. Moderne Sklaverei, eine der Folgen unkontrollierter Migration, ist sehr lukrativ.

 

Die Bischöfe haben das bewegende Zeugnis einer Frau der Sophie Hayes Foundation, die selbst  Opfer von Menschenhandel war. Darüber hinaus wurde ihnen über den erfolgreichen Kampf gegen dieses Verbrechens und ein Rettungs- und Wiedereingliederungs-Programm berichtet, das aus einer Partnerschaft der Abteilung „Menschenhandel“ von Scotland Yard und der Katholischen Bischofskonferenz von England und Wales entstanden ist. Die Bischöfe sind der Meinung, dass dieses „best-practise“-Modell und konkreter Partnerschaft, die im Vereinigten Königreich so gut funktioniert, mit den katholischen Bischöfen und ihren Einrichtungen, insbesondere mit Ordenschwestern, in anderen Mitgliedsstaaten der EU ausgetauscht werden.

 

Eine Kirche, die gastfreundlich ist

Die COMECE-Bischöfe sind über die Fremdenfeindlichkeit gegenüber Migranten in einigen Teilen Europas zurecht besorgt. Die Bischöfe betonen, dass Migranten eine Chance für unsere Gesellschaften und unsere Pfarrgemeinden sind, mit Blick auf ihre Talente, ihre Kulturen und ihre Fähigkeiten, die sie mitbringen. Sie sind davon überzeugt, dass es wichtig ist, dass Pfarrgemeinden in ganz Europa die Migranten willkommen heißen und alles tun, damit sie sich zu Hause fühlen.

 

 

Kontact: Johanna Touzel, COMECE Spokesperson and Press Officer

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