Thursday 28. October 2021
2013

Horizon 2020 : Die EU sollte nicht die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen finanzieren

 

 

Der Erfolg der kürzlich durchgeführten Bürgerinitiative “Einer von uns” sollte schließlich das EU-Parlament überzeugen, die Finanzierung von Forschungstätigkeiten, die eine Zerstörung von menschlichen Embryonen voraussetzen, zu beenden. Die EU sollte nicht den Willen von knapp 1.9 Millionen EU-Bürgern, die diese Initiative unterschrieben haben, ignorieren.

 

 

Im Europäischen Parlament steht die Abstimmung über “Horizon 2020”, das neue EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation für den Zeitraum 2014 bis 2020 bevor. Der dem Plenum vom Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie vorgelegte Text sieht allerdings dennoch die Möglichkeit der Förderung der Forschung an humanen embryonalen Stammzellen (hESC) vor.

 

Ethisch und rechtlich falsch

Der vorgeschlagene Text lässt das Urteil in der Rechtssache Greenpeace v. Brüstle völlig außer Acht, in dem der Europäische Gerichtshof den rechtlichen Schutz des menschlichen Embryos, definiert als “jede menschliche Eizelle vom Stadium ihrer Befruchtung an”, bestätigt hat.

 

Überdies hat der Ausschuss für rechtliche Angelegenheiten- zuständig für die Interpretation des EU-Rechts und für die Untersuchung ethischer Fragen im Bezug auf neue Technologien- eine Stellungnahme veröffentlicht, in der er die EU-Förderung für die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen ablehnt. Dieser Stellungnahme sollte auch entsprechendes Gehör geschenkt werden.

 

Wissenschaftlich überholt

Die Hauptpriorität von Horizon 2020 ist die Erhöhung des Qualitätsniveaus in der europäischen wissenschaftlichen Forschung. Allerdings, aus wissenschaftlicher Perspektive betrachtet, sind die bisherigen Ergebnisse der hESC- Forschung eher enttäuschend und sie haben die klinischen Versprechungen nicht erfüllt. Letztes Jahr wurde der Medizin-Nobelpreis für eine Forschungsmethode gewährt, die eine Alternative zu menschlichen embryonalen Stammzellen eröffnet. Es liegt also nahe, dass die EU für die Förderung der Forschung an alternativen Quellen von Stammzellen optieren sollte, die mehrversprechend und weniger umstritten sind.

 

Wirtschaftlich ineffizient

Das Programm zielt auch darauf ab, innovativen Organisationen bei der Entwicklung technologischer Durchbrüche zur Einführung von Produkten mit wahrem Potenzial auf dem Markt zu helfen. Da der Europäische Gerichtshof in dem oben genannten Urteil bestätigt hat, dass biotechnologische Erfindungen, die hESC verwenden, nicht patentiert werden können, lässt sich die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen auch in dieser Hinsicht nicht mit den Hauptzielen von Horizon 2020 vereinbaren.

 

Angesichts des beschränkten EU-Budgets und der Begrenztheit von verfügbaren Finanzmitteln für Forschung muss die EU-Förderungsstrategie auf gemeinsame Prioritäten ausgerichtet sein, um die zur Verfügung stehenden Mittel am zweckmäßigsten zu verbringen. Die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen ist allerdings auf keinen Fall etwas, was breite Zustimmung findet, insbesondere unter den EU-Bürgern, wie kürzlich das Eurobarometergezeigt hat.

 

Angesichts der oben aufgeführten Erwägungen, betrachtet das Sekretariat der COMECE als unbedingt notwendig, dass Forschungsvorhaben, im Rahmen derer menschliche Embryonen – auch zur Gewinnung menschlicher embryonaler Stammzellen – zerstört werden oder Projekte mit menschlichen embryonalen Stammzellen, die durch ein vorheriges Ableitungsverfahren gewonnen wurden, welches eine Zerstörung der Zellen zur Folge hat, von jedweder EU-Finanzierung ausgeschlossen werden.

 

 

Kontakt: Johanna Touzel, COMECE Spokesperson and Press Officer

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