Wednesday 20. October 2021
2014
COMECE Press 13/11/2014

Die TTIP zwingt die Europäer, sich deutlicher auf der globalen Ebene zu positionieren

 

Derzeit wird ein Freihandelsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union verhandelt. Diese Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) erregt vielerlei Sorgen und Kontroversen. Deswegen hatten die Bischöfe der COMECE beschlossen, sich aus Anlass ihrer Herbst-Vollversammlung am 12./13. November 2014 in Brüssel grundsätzlicher über die wirtschaftlichen und ethischen Herausforderungen dieses Vertrages zu informieren.

 

 

Der Chefverhandler der EU für TTIP, Ignacio Garcia Bercero, informierte die Bischöfe ausführlich über den genauen Inhalt der Verhandlungen und über jene Bereiche, die von den Verhandlungen ausgenommen sind (etwa geschützte Herkunftsbezeichnungen), sowie über die nächsten Schritte der Verhandlungen. Der Wirtschaftswissenschaftler Pierre Defraigne, geschäftsführender Direktor der Madariaga Stiftung, erklärte seine Vorbehalte zum Vertrag und stellte insbesondere die Annahme infrage, dass er Wirtschaftswachstum und Beschäftigung in den Mitgliedstaaten fördern würde. Patrick O’Sullivan, Professor für Wirtschaftsethik, warnte vor den allgemein gebräuchlichen Wirtschaftsindikatoren, die nicht die wahre menschliche Entwicklung reflektierten. Die wirtschaftlichen Chancen, die der Vertrag für beide Seiten des Atlantiks mit sich bringt, wurden von Brian Mc Feeters, Wirtschaftsberater der US-Botschaft bei der EU, in Erinnerung gerufen. Schließlich brachte P. Joseph Komakoma, Generalsekretär der SECAM, des Rates der Bischofskonferenzen Afrikas und Madagaskars, die afrikanische Perspektive in die Debatte ein und äußerte die Sorgen der afrikanischen Bischöfe.

 

Die COMECE-Bischöfe sind der Meinung, dass TTIP die engeren Handelsfragen übersteigt und die Frage nach der europäischen Identität stellt, insbesondere nach der Weise, wie sich diese Identität in der Welt behaupten und profilieren kann. Letzten Endes hält TTIP der Europäischen Union einen Spiegel vor und zwingt die Europäer, ihre Position auf der Weltebene klarer zu definieren. Mit Blick auf die kommenden Jahrzehnte, die von einem geringeren oder von keinem Wachstum geprägt sein werden, sollte die Europäische Union sich auf eine nachhaltige Handels- und Wirtschaftsstrategie einigen.

 

Vor allem hat die Kirche die Aufgabe, sowohl in Europa als auch im Rest der Welt den Schwächsten und Ärmsten eine Stimme zu verleihen, insofern sie von den Auswirkungen dieses Freihandelsvertrags betroffen sind. Deshalb haben die Bischöfe der COMECE beschlossen, ein Positionspapier zum Freihandelsabkommen zu erarbeiten. Dieses Dokument wird sowohl die Chancen des Vertrags unterstreichen als auch kritische Fragen zu jenen Themen formulieren, die hinsichtlich des Vertrags noch offen sind. Das Positionspapier soll anschließend veröffentlicht und unter anderem den Europaabgeordneten zugänglich gemacht werden, die letztlich über die Annahme oder Ablehnung des Vertrags zu entscheiden haben.

 

Die Vollversammlung begann am 11. November in Verdun mit einem Tag des Gedenkens und der Besinnung aus Anlass des 100. Jahrestags des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs. Im Anschluss daran haben die Bischöfe eine Botschaft an die Europäer veröffentlicht.

 

Fotos der Plenarversammlung hier zugänglich.

 

KONTAKT: Johanna Touzel, Pressesprecherin der COMECE

johanna.touzel@comece.eu Tel+32 (0)2 235 05 15

 

 

Pressekontakt:

Alessandro Di Maio

Communications Officer E-mail Kontakt Tel.: +32 (0) 2 235 05 15
Contact us
19, Square de Meeûs
B-1050 Bruxelles
T + 32(0)2 235 05 10
Display:
http://www.comece.eu/