Friday 20. September 2019
2014
COMECE Press 27/11/2014

 

COMECE-KEK gemeinsame Pressemeldung

 

Menschenhandel: die Kirchen rufen die EU zum weitergehenden Handeln auf

 

COMECE-KEK Dialogseminar zu Menschenhandel

 

Ungefähr 800.000 Frauen, Männer und Kinder sind heute innerhalb der Europäischen Union ein Opfer von Menschenhandel. Bis zu 60% der Opfer kommen aus Mitgliedsstaaten der EU. Die EU und ihre Mitgliedstaaten müssen dringend den bereits bestehenden Rechtsrahmen gegen Menschenhandel umsetzen und die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft und jenen kirchlichen Organisationen verstärken, die mit den Opfern arbeiten. Das war die Hauptbotschaft eines Dialogseminars, das die COMCE und die KEK in Zusammenarbeit mit der CCME gemeinsam mit der Europäischen Kommission am 27. November 2014 veranstaltet haben.

 

Menschenhandel ist eine moderne Form der Sklaverei, eine kriminelle Aktivität und ein lukratives weltweites Geschäft. Etwa 16% der Opfer sind Kinder, die für bis zu 40.000 € gehandelt werden. Zusätzlich zu sexueller Ausbeutung, Zwangsarbeit in jeder Form (etwa auch erzwungener Hausarbeit) nimmt Menschenhandel auch neue Formen an wie etwa im Bereich der Fortpflanzung, einschließlich erzwungener Leihmutterschaft und illegaler Adoption.

 

Die Dialogpartner forderten wiederholt vertrauenswürdige und nachvollziehbare Daten, einschließlich genaueren Schätzungen, um politische und religiöse Antwortenbesser aufeinander abstimmen zu können. Außerdem verfügten sie über reiche Erfahrungen in Politik und Interessenvertretung und hörten originäre Zeugnisse über Menschenhandel in Europa.

 

Opfer von Menschenhandel bedürfen ausführlicheren Schutzes und besserer Unterstützung durch eine weitergehendere Umsetzung bestehender Gesetze. Opfer von Menschenhandel sollten nicht für Taten belangt werden, die sie als solche begangen haben. Laufende finanzielle Unterstützung durch die Zivilgesellschaft und durch kirchliche Organisationen wird dazu beitragen, diese Ziele zu erreichen.

 

Im Bereich der Rechtsetzung hat die EU bereits eine Reihe von Richtlinien und Instrumenten angenommen. Allerdings müssen diese Instrumente auf den neuesten Stand gebracht werden um neue Formen des Menschenhandels abzudecken und weitere Implementierung auf der Ebene der Mitgliedstaaten sicher zu stellen.

 

In Antwort auf die Komplexität und die Bedeutung dieses Themas haben COMECE und KEK/CCME beschlossen, der Europäischen Kommission eine Zusammenfassung ihrer Vorschläge und Empfehlungen für den Kampf gegen Menschenhandel in den kommenden Wochen zur Verfügung zu stellen.

 

Weitere Informationen: http://comece.eu/site/de/dialogeukirchen/strukturdesdialogs/article/6939.html

Pressekontakt:

Alessandro Di Maio

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