Saturday 7. December 2019
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Pressemitteilung, 15/11/2019

 

Welttag der Armen 2019

COMECE und Caritas Europa fordern die EU auf, die strukturellen Ursachen von Armut zu beseitigen

 

Aus Anlass des Welttags der Armen, der am Sonntag, 17. November 2019, begangen wird, fordern COMECE und Caritas Europa die EU und ihre Mitgliedstaaten auf, durch gezielte politische Maßnahmen die strukturellen Ursachen von Armut und sozialer Ausgrenzung zu bekämpfen und die ganzheitliche Entwicklung des Menschen zu fördern.

 

 

 

Aktuelle Erhebungen zeigen, dass nahezu jeder fünfte EU-Bürger in Armut lebt oder von ihr bedroht ist. Arbeitslosigkeit wie auch schwierige Wirtschafts- und Beschäftigungsbedingungen nehmen insbesondere jungen Menschen in Europa die Perspektive und verweigern Familien ein gerechtes Einkommen für ein Leben in Würde.  

 

In seiner Botschaft „Der Elenden Hoffnung ist nicht für immer verloren fordert Papst Franziskus uns alle auf, über die wachsenden Ungleichheiten zwischen Arm und Reich in unserer Gesellschaft und ihre schmerzhaften Folgen nachzudenken. Er ermutigt uns, „sich dafür einzusetzen, dass dieser Welttag in vielen den Wunsch nach einer tätigen Mithilfe stärke, damit es niemand an Nähe und Solidarität fehlt“.

 

Bestärkt durch die Worte des Heiligen Vaters haben COMECE und Caritas Europa konkrete Empfehlungen für die Bekämpfung der Armut in Europa formuliert. Gemeinsam fordern sie die europäischen Institutionen auf, mindestens 30% der Mittel des neu strukturierten Europäischen Sozialfonds+ für Maßnahmen der sozialen Inklusion und Armutsbekämpfung bereitzustellen. Zudem schlagen beide Organisationen vor, eine europäische Strategie für 2030 zu entwickeln, die die UN-Ziele für Nachhaltige Entwicklung in den Mittelpunkt nimmt und klar aufzeigt, wie die EU die Prinzipien der Europäischen Säule sozialer Rechte in konkrete politischen Maßnahmen umsetzen wird.

 

Wie bereits die COMECE-Sozialkommission 2018 in ihrer Reflexion zur Zukunft der Arbeit erklärte, ermahnen uns die steigenden Zahlen der Erwerbstätigenarmut in Europa, dass die EU und ihre Mitgliedstaaten im derzeitigen digitalen und ökologischen Wandel auf die Sicherstellung guter und stabiler Arbeitsbedingungen für alle Bürger achten müssen. Das Ziel guter Arbeitsbedingungen sollte auch und ganz besonders für die wachsende Zahl der Erwerbstätigen gelten, die in den neuen Beschäftigungsformen - wie die Arbeit über Online-Plattformen - oder in Scheinselbstständigkeit angestellt sind. Auf langer Sicht erfordert die neue Arbeitswelt zudem eine grundlegende Reform des europäischen Sozialmodells, damit die sozialen Sicherungssysteme und unsere Wohlfahrtstaaten den neuen Realitäten der digitalen Wirtschaft gerecht werden.

 

Dass Kinder mittlerweile die am stärksten von Armut bedrohte Altersgruppe in Europa darstellen, ist nicht hinnehmbar und zeigt, dass unsere Gesellschaften ihnen nicht die notwendige Fürsorge geben. Dieser Kreislauf der Armutsvererbung muss durchbrochen werden, um allen Kindern in der EU eine hoffnungsvolle Zukunft zu garantieren. Daher begrüßen COMECE und Caritas Europa die Ankündigung der designierten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, eine Europäische Kindergarantie zu entwickeln und ermutigen die EU-Institutionen, dieses neue Instrument mit einem angemessenen Budget auszustatten.

 

So wie Papst Franziskus uns alle einlädt, „einen echten brüderlichen Dialog" mit Menschen in Armut zu beginnen, ermutigen wir die politischen Entscheidungsträger, den Dialog mit Sozialpartnern und der Zivilgesellschaft in Europa zu fördern und Menschen zuzuhören, die von Armut betroffen sind. Denn nur durch diesen breitangelegten Dialog wird Europa zu einer gerechten, inklusiven und am Menschen orientierten Gesellschaft.

 

In gemeinsamen Videobotschaften haben die beiden Generalsekretäre von COMECE und Caritas Europa, Pfarrer Dr. Manuel Barrios Prieto und Maria Nyman, ihre Empfehlungen für die Bekämpfung der Armut in Europa zusammengefasst.

 

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